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9. Mai 2005, 20:41
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"Crash Kids" von Marcus Romer Theater der Jugend, das sich selten so pur, so schnörkellos gibt

Schnelle Autos und die am besten "geborgt". Das ist die teuflische Mischung, mit der Mark Collinsky alias Colly (Simon Jaritz) am liebsten sein Freizeitproblem in der Peripherie löst. Dass dieses, das Adrenalin fördernde Treiben die Aufmerksamkeit der Mädchen weckt, ist eine nicht unangenehme Begleiterscheinung, aber eben doch nur eine Begleiterscheinung, denn Colly will sein lustiges Leben sicher nicht mit darüber hinaus gehender Verantwortung belasten. Viper (Silvia Meisterle) wird aber schwanger.

Crash Kids von Marcus Romer (Übersetzung: Jürgen Flügge) erzählt vom zu schnell in eine ganz normale Jugend hereinbrechenden Ernst. Franziska Steiof hat in einer schlichten Szenerie von schwingenden Flügeln und blendenden Metallkisten, die bei Bedarf als rasende Gefährte imaginiert werden (Ausstattung und Licht: Kristina Hoffmann), eine zügige Dramaturgie für schöne Theatermomente angehalten: das plötzliche Entdecken der Zuneigung füreinander, der Ausbruch des Discofiebers, das Möchtegerntanzen, den spürbaren Körperkomplex, versteckt im wabernden Sportoutfit. Selten zeigt sich das Theater der Jugend so pur, so schnörkellos, selten gibt es so zielgenau den Blick auf seine Figuren frei. Im viel zu ernsten Spiel mit einem neuen Leben nimmt sich dann der Ausverkauf der auf Wäscheleinen hereinbaumelnden Strampelhosen, Lätzchen und Kindersitzen zunehmend tragikomisch aus. So ist dergleichen wohl auch. Ab elf Jahren. Bis 25. Juni. (afze/DER STANDARD, Printausgabe, 10.05.2005)

Theater der Jugend
1., Liliengasse
01/521 10-0
11./12. 5., 17 Uhr
  • Silvia Meisterle und Simon Jaritz blicken als jung gescheitertes Pärchen in eine unsanfte Zukunft.
    foto: theater der jugend/rita newman

    Silvia Meisterle und Simon Jaritz blicken als jung gescheitertes Pärchen in eine unsanfte Zukunft.

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