Eklat bei Moskauer Siegesfeier

25. Mai 2005, 18:07
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Prag empört über Putins Orden für Besatzer von 1968 - Geehrter Jaruzelski war bei Invasion Verteidigungs­minister Polens

Moskau - In Anwesenheit von mehr als 50 Staats- und Regierungschefs gedachte Russland am Montag in Moskau des Sieges über Hitlerdeutschland vor 60 Jahren. Am Rande der Feiern kam es zu einer Reihe von Misstönen und Irritationen. So protestierte der tschechische Präsident Václav Klaus formell dagegen, dass der russische Staatschef Wladimir Putin auch den früheren polnischen kommunistischen Staatschef Wojciech Jaruzelski mit einer Jubiläumsmedaille auszeichnete. In einer persönlichen Mitteilung an Putin erinnerte Klaus daran, dass Jaruzelski 1968 bei der Invasion der damaligen Tschechoslowakei durch die Warschauer-Pakt-Truppen polnischer Verteidigungsminister war.

Die Kommunistische Partei feierte in einer Kundgebung den Diktator Stalin als Sieger über Hitlerdeutschland. "Wir haben gesiegt, weil das Volk . . . von einem großen Staatsoberhaupt geführt wurde, dem Oberbefehlshaber Stalin", sagte Parteichef Gennadi Sjuganow vor tausenden Anhängern.

US-Präsident George W. Bush traf nach den Feiern mit Menschenrechtsaktivisten und Regierungskritikern zusammen. Teilnehmer beklagten zunehmende Menschenrechtsverletzungen in Russland. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 10.5.2005)

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    Protest gegen die Verleihung einer Jubiläumsmedaille an den früheren polnischen kommunistischen Staatschef Wojciech Jaruzelski durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

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