Grasser als Casinos-Chef im Gespräch

10. Mai 2005, 11:54
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Gerüchten zufolge soll der Finanzminister noch im Sommer die Nachfolge von Langzeit-Chef Leo Wallner antreten

Glaubt man höchsten Wiener Polit- und Wirtschaftskreisen, so wechselt Finanzminister Karl-Heinz Grasser noch im Juni an die Spitze der Casinos Austria AG, deren Aufsichtsbehörde das Finanzministerium ist. Casinos-Chef ist seit 1968 Leo Wallner, der im November 70 wird.

Wallners Vorstandsvertrag wurde zwar im März 2003 bis Ende 2009 verlängert, doch haben derartige Verträge in der Regel mit der Erreichung eines bestimmten Alters eine beidseitige Kündigungsmöglichkeit. Casinos-Eigentümer sind Raiffeisen, die Münze Österreich und die Kirchen-Bank Schelhammer & Schattera.

Höchst lukrativer Jobwechsel

Finanziell wäre der Wechsel höchst lukrativ: Als Minister kommt Grasser auf ein Jahressalär von rund 200.000 Euro, während der Casinos-Chef auf knapp 900.000 Euro im Jahr geschätzt wird. Casinos Austria ist samt den Töchtern wie den Lotterien und Casinos Austria International mittlerweile ein Konzern mit 2,6 Mrd. Euro Umsatz und mit 530 Mio. Euro einer der größten Steuerzahler des Landes. Für Glitzer und Glamour sorgen zwölf österreichische sowie 58 ausländische Spielstätten in 15 Ländern und 13 Kasinos auf Luxusschiffen.

Wallner ließ offiziell über seine Presseabteilung ausrichten: "Stimmt nicht." Über einen Rücktritt Grassers hat jüngst auch profil spekuliert. Als dessen Nachfolger wurde P.S.K.-Vorstand Stephan Koren genannt, im Wirtschaftsministerium unter Wolfgang Schüssel tätig. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.05.2005)

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    Faites vos jeux: Finanzminister Grasser könnte schon bald an die Spitze der Casinos Austria AG wechseln.

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