Ex-SUSE-Boss Richard Seibt verlässt Novell

25. Mai 2005, 19:46
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Zahl der hochrangigen Abgänge im Unternehmen steigt in den letzten Monaten - Novell dementiert interne Probleme

In einer äußerst knapp gehaltenen Pressemeldung hat der Softwarehersteller Novell darüber informiert, dass EMEA-Chef Richard Seibt das Unternehmen verlässt. CEO Jack Messman bedankt sich in der Mitteilung bei Seibt für seine Tätigkeiten für das Unternehmen und vor allem seiner Funktion bei der Integration von SUSE Linux in den Konzern. Weitere Angaben zu den Gründen werden keine genannt, Seibts Aufgaben werden vorerst von Ron Hovsepian übernommen, der später einen Nachfolger für Seibt ernennen soll.

Übernahme

Seibt war ab November 2002 Chef des deutschen Linux Distributors SUSE bevor dieser Anfang 2004 von Novell übernommen wurde. Anschließend stieg er im Unternehmen zum Präsidenten für den EMEA-Raum (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) auf, wohl auch als Zeichen für die Bedeutung die SUSE innerhalb von Novell gegeben wurde.

Hovsepian

Sein Nachfolger Ron Hovsepian ist im Juni 2003 zu Novell gestossen, zuvor hatte er 17 Jahr lang für IBM gearbeitet. Bei Novell hatte er bis vor wenigen Tagen die Positon des Präsidenten für den nordamerikanischen Markt inne, bevor er zum Vizepräsidenten des Unternehmens und zum Präsident für "Worldwide Field Operations" aufstieg.

Abgänge

Mit Seibt verlässt innerhalb von nur wenigen Monaten ein weiterer hochrangiger Manager das Unternehmen, so hat vor einigen Monaten Novell Vizepräsident Chris Stone unter ebenfalls nicht näher erläuterten Umständen das Unternehmen verlassen, wenige Tage vor der Novell Hausmesse folgte ihm diesen März CTO Alan Nugent. Erst vor wenigen Tagen verließ mit Horst Nebgen auch der bisherige Deutschland-Chef den Softwarehersteller.

Statement

Novells PR-Chefin für den EMEA Bereich Nadia Scully dementierte im Gespräch mit dem WebStandard aber einen Zusammenhang zwischen diesen Vorgängen, dabei handle es sich um eine reinen zeitlichen Zufall. Auch sei der Abgang von Seibt eine persönliche Lebensplanungsentscheidung gewesen, und nicht aus Unzufriedenheit mit Entwicklungen in der Firma geschehen. Wichtig sei ihr auch zu unterstreichen, dass dies keinesfalls eine Änderung in der Linux-Ausrichtung des Unternehmens signalisiere, bei Novell stehe auch weiterhin das Open Source Betriebssystem im Mittelpunkt der Firmenstrategie

Wichtige Rolle

Scully strich auch noch einmal Seibts Rolle in der Weiterentwicklung von Novell hervor, er sei stark an der Umstellung von einem Produkt-Fokus auf einen KundInnen-Fokus gewesen. (apo)

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    Ex-Novell-EMEA-Chef Richard Seibt

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