Gehry-Museumsbau in Herford eröffnet

17. Mai 2005, 12:11
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Der 29 Millionen teure Bau des Museums MARTa wurde as "Größenwahn" kritisiert - Leiter des neuen Hauses ist Jan Hoet

Herford - Nach siebenjähriger Planungs- und Bauzeit ist am Samstag das Museum MARTa im ostwestfälischen Herford eröffnet worden. Das vom amerikanischen Star-Architekten Frank O. Gehry entworfene Museum war wegen seiner Baukosten von 29 Millionen Euro vom Bund der Steuerzahler als "Größenwahn" kritisiert worden. Viel Lob hatte dagegen Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) für den Bau übrig. "Wir brauchen in Deutschland Innovation und Internationalität. Für beides steht MARTa - es ist ein begeisterndes Werk", sagte er in seiner Festrede. Am Samstag protestierten etwa 50 Demonstranten gegen das Museum.

Geschwungenes Edelstahldach und wellenförmige Fassade aus 180.000 roten Klinkersteinen

Unter dem geschwungenen Edelstahldach und hinter der wellenförmigen Fassade aus 180.000 roten Klinkersteinen stellt MARTa eine Verbindung von zeitgenössischer Kunst, Design und Architektur dar. "Ich habe viel Zeit verbracht, um mich mit der Umgebung vertraut zu machen, in der das Museum entstehen sollte. Und ich hoffe, dass ich den Herfordern etwas hinterlassen habe, für das sie sich nicht wie für ein blaues Auge schämen, sondern auf das sie stolz sind", betonte Architekt Gehry am Samstag.

Forum für junges und zeitgenössisches kreatives Schaffen

Das Museum versteht sich als Forum für junges und zeitgenössisches kreatives Schaffen, das in erster Linie die engen und komplexen Beziehungen zwischen Kunst, Design, Architektur und Industrie untersucht. Rückgrat von MARTa Herford sind zwei Sammlungen. Der Bielefelder Sammler Karl Kerber gibt dem Haus seine Kollektion mit 180 malerischen Positionen der siebziger, achtziger und neunziger Jahre als Dauerleihgabe. Arbeiten von Georg Baselitz, Per Kirkeby, Sigmar Polke, Gerhard Richter gehören zur Dauerleihgabe. Die ursprünglich für das Museum vorgesehene Sammlung expressionistischer Kunst des Herforder Unternehmers Jan Ahlers ist inzwischen von ihrem Besitzer zurückgezogen und teilweise versteigert worden.

Jan Hoet: Herr über 2500 Quadratmeter Ausstellungsfläche

Künstlerischer Direktor des Museums ist der Belgier Jan Hoet, documenta-Leiter von 1992 und Gründer des Kunstmuseums SMAK in Gent. Mit Mitteln der E.ON Ruhrgas AG baut Jan Hoet eine Sammlung zeitgenössischer Kunst auf. MARTa verfügt über eine Ausstellungsfläche von 2500 Quadratmetern. Zentrum des Gebäudes ist ein 22 Meter hoher Raum, um den sich fünf Galerien gruppieren. (APA/dpa/red)

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MARTa
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    Frank O. Gehry vor seinem jüngsten Bau

  • Artikelbild
    foto: screenshot marta-herford.de
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