Serie heftiger Kämpfe mit Rebellen der radikal-islamischen Taliban reißt nicht ab

9. Mai 2005, 20:46
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Mindestens 13 Tote bei Gefecht im Osten des Landes - Taliban bekannten sich telefonisch zur Tötung von US-Soldaten

Kabul - In Afghanistan reißt die Serie heftiger Kämpfe mit Rebellen der radikal-islamischen Taliban nicht ab. Beim jüngsten Gefecht am Sonntag im Osten des Landes kamen nach Angaben des US-Militärs mindestens 13 Menschen ums Leben. Unter den Toten seien elf Aufständische und zwei US-Marineinfanteristen, gab die US-Armee am Montag bekannt.

Zur Tötung der US-Soldaten bekannten sich später die Taliban. "Wir haben unsere Taliban-Kämpfer dazu aufgerufen, die Attacken auf die Truppen der Koalition zu verstärken", ließ ein Sprecher der Gruppe per Telefon verlauten. Erste Ziele seien US-Soldaten und britische Truppen. Ungeachtet dessen appellierte die Regierung von Präsident Hamid Karzai erneut an die radikalen Kämpfer, das Amnestie-Angebot anzunehmen, das Straffreiheit für die Rebellen vorsieht, falls diese ihre Kämpfe beenden. Das Angebot soll nun offenbar anders als bisher auch für die Anführer gelten.

GEfecht nördlich von Jalalabad

Das Gefecht vom Sonntag habe nördlich von Jalalabad stattgefunden, hieß es vom US-Militär. Etwa 25 Rebellen hätten die Truppen angegriffen, die US-Soldaten hätten daraufhin zurückgeschlagen. Das Bekenntnis der Taliban konnte zunächst nicht überprüft werden, der Sprecher rief von einem geheimen Ort an.

Nach einem relativ ruhigen Winter haben die Rebellen in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf Truppen der afghanischen Regierung und ausländische Einheiten noch einmal verstärkt. Zu einer Befriedung des Landes ist es nicht gekommen - unter anderem deshalb, weil von dem Angebot der Straffreiheit bisher nur vereinzelte, einfache Taliban-Mitglieder Gebrauch gemacht haben. Die Führungsfiguren verurteilten das Angebot hingegen als Propaganda. Allerdings bot der frühere Präsident Sibghatullah Mojaddedi, verantwortlich für das Amnestie-Projekt, am Montag auch dem Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar Straffreiheit an. "Wir wollen Frieden mit jedermann, ohne Ausnahme", antwortete er vor Journalisten auf die Frage, ob auch Omar einbezogen werden sollte.

Omar gilt der US-Regierung als einer der meistgesuchten Terroristen. Al-Kaida-Chef Osama bin Laden selbst wird als Drahtzieher der Anschläge des 11. September 2001 in den USA betrachtet. Ende 2001 marschierten die USA in Afghanistan ein und stürzten das Taliban-Regime, dem sie enge Verbindungen zu Bin Laden vorwarfen.

Die USA kritisierten eine mögliche Ausweitung der Straffreiheit. "Es ist keine generelle Amnestie", sagte ein Sprecher des US-Militärs. Kämpfer, die schwere Verbrechen begangen hätten, müssten auch verurteilt werden. (APA/Reuters)

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