Mikati: Debatte um Hisbollah-Waffen betrifft auch Syrien und den Iran

11. Mai 2005, 14:19
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Libanesischer Premier: "Haben auch eine Rolle in dieser regionalen Angelegenheit"

Kairo - Die von den Vereinten Nationen geforderte Entwaffnung der pro-iranischen Hisbollah betrifft nach Ansicht des libanesischen Ministerpräsidenten Najib Mikati nicht nur sein Land, sondern auch den Iran und Syrien. Die Frage der Zukunft der Hisbollah sei zwar in erster Linie eine libanesische Frage, aber "natürlich haben sie (der Iran und Syrien) auch eine Rolle in dieser regionalen Angelegenheit", sagte Mikati gegenüber der arabischen Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat" (Montag-Ausgabe).

Die syrische Regierung hatte nach dem Abzug ihrer letzten Soldaten aus dem Libanon vor zwei Wochen erklärt, sie habe damit nun alle Forderungen der UNO-Resolution 1559 erfüllt. Die von den USA und Frankreich eingebrachte Resolution sieht den Abzug aller ausländischen Truppen und die Entwaffnung der Milizen im Libanon vor. Mit der im Libanon stark umstrittenen Frage einer möglichen Entwaffnung der Hisbollah will die Regierung in Damaskus offenbar aber nichts zu tun haben, obwohl sie die Schiiten-Organisation seit Jahren unterstützt. Mikati erklärte in dem Interview, aus der Sicht der meisten Libanesen sei die Hisbollah keine Miliz, sondern eine "Widerstandsgruppe", die die israelische Armee aus den besetzten Gebieten im Südlibanon vertrieben habe. (APA/dpa)

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