Nordkorea deutet Rückkehr zu Atom-Verhandlungen an

16. Mai 2005, 13:55
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Dong Bok Lee vom Washingtoner Zentrum für strategische internationale Studien ist skeptisch: "Falle"

Peking/Seoul - Nordkorea hat seine Bereitschaft angedeutet, wieder an internationalen Verhandlungen über ein Ende seines Atomprogramms teilzunehmen. Diplomaten wiesen daraufhin, dass Nordkorea bereits versucht habe, ohne Gesichtsverlust an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Dong Bok Lee, Nordkorea-Experte des Washingtoner Zentrums für strategische und internationale Studien (CSIS), dagegen äußerte sich skeptisch zu der Mitteilung Nordkoreas. "Wenn man in ihre Falle tappt und auf ihre Bedingungen eingeht, wird sich Nordkoreas Führung winden wie ein Aal". Washington werde sich nicht auf derartige Vorverhandlungen zu den Sechs-Parteien-Gesprächen einlassen, sagte Lee.

Die Regierung in Pjöngjang wolle im Gespräch mit US-Vertretern Presseberichte überprüfen, dass die USA zu bilateralen Verhandlungen im Rahmen der Sechs-Parteien-Treffen bereit sei, hatte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntagabend einen Sprecher des Außenministeriums zitiert. Die japanische Regierung bezeichnete die Äußerung als "einen Schritt nach vorn".

Im Februar hatte Nordkorea erklärt, es verfüge über Atomwaffen. US-Angaben zufolge könnte das streng abgeschottete Land den Test einer Atomwaffe vorbereiten. Die Sechs-Parteien-Gespräche zwischen Nord- und Südkorea, China, Japan, Russland und den USA sind seit etwa einem Jahr unterbrochen. Nordkorea hatte direkte Verhandlungen mit den USA gefordert, was diese aber ablehnten. (APA/Reuters)

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