UNO-Tribunal gegen vorläufige Freilassung von Haradinaj

10. Mai 2005, 16:29
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Ex-Kosovo-Regierungschef wegen Kriegsverbrechen im Sommer 1998 angeklagt

Belgrad/Den Haag - Die Anklage des Haager UNO-Tribunals für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien hat sich gegen die vorläufige Freilassung des früheren Ministerpräsidenten des Kosovo, Ramush Haradinaj, ausgesprochen. Haradinaj stellte sich am 9. März dem UNO-Tribunal, nachdem er nur einen Tag zuvor die Anklage erhalten hatte.

Einer der ehemaligen Kommandanten der albanischen Extremistengruppe, der Kosovo-Befreiungsarmee (UKC), im Westteil der Provinz wurde im Sommer 1998 wegen Verbrechen an Serben, Nicht-Albanern und Albanern, die den Belgrader Behörden treu waren, angeklagt.

Nach Ansicht der Anklage gibt es trotz der freiwilligen Stellung Haradinajs und der Garantien, welche die UNO-Mission in der Provinz für ihn ausgestellt habe, nicht genügend Beweise dafür, dass die UNMIK-Verwaltung fähig sei, Haradinaj im Notfall festzunehmen und in das Tribunalsgefängnis zurückkehren zu lassen. Das meldeten Belgrader Medien.

Der Tribunalsanklage zufolge kann auch eine potenzielle Gefahr für künftige Zeugen im Falle einer vorläufigen Freilassung Haradinajs nicht ausgeschlossen werden. (APA)

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