Fischer: Freude über Kriegsende nicht mit Kommunismuskritik vermengen

9. Mai 2005, 18:43
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Bundespräsident "sehr beeindruckt" von Siegesfeier in Moskau - Gespräche mit Bush und Putin

Moskau/Wien - Bundespräsident Heinz Fischer hat sich gegen eine Vermengung der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Kriegsendes mit Kritik an kommunistischen Verbrechen nach dem Jahr 1945 ausgesprochen. Man müsse zwar Kritik an diesen Entwicklungen äußern, er wolle solche "historischen Erörterungen" aber "streng getrennt halten von der Genugtuung und Freude über das Ende der Hitler-Herrschaft", sagte Fischer am Montag am Rande der Feier zum Tag des Sieges über Hitler-Deutschland in Moskau gegenüber der APA.

Fischer zeigte sich "sehr beeindruckt" von diesem "historischen Treffen" in Moskau. So sei nicht nur US-Präsident George W. Bush zur gemeinsamen Feier mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin gekommen, sondern auch der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder, der chinesische Präsident Hu Jintao und der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi. Eine Gemeinschaft, "die weit alle sonstigen Bündnisse und regionalen Gruppierungen übertrifft" habe in Moskau ihr "gemeinsames Bekenntnis der Freude über das Ende des Zweiten Weltkriegs" abgelegt.

Vaira Vike-Freiberga nahm teil

Die Präsidenten Estlands, Arnold Rüütel, und Litauens, Valdas Adamkus, waren der Feier in Moskau ferngeblieben, weil sie eine Distanzierung der russischen Behörden vom sowjetischen Überfall auf ihre beiden Staaten im Zuge des Sieges gegen Hitler-Deutschland gefordert hatten. Für das Baltikum sei das Jahr 1945 keine Befreiung, sondern lediglich der Austausch von Besatzern gewesen. Fischer wies jedoch darauf hin, dass die Präsidentin der dritten baltischen Republik, Vaira Vike-Freiberga (Lettland), an der Feier in Moskau teilnahm.

Der Bundespräsident berichtete auch von einer Reihe bilateraler Treffen am Rande der Siegesfeier. So habe er US-Präsident Bush von der Feier zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen am gestrigen Sonntag und der großen Rolle, die amerikanische Soldaten dabei gespielt hätten, berichtet. Putin habe in einem kurzen Gespräch mit Fischer betont, wie positiv er die Beziehungen zu Österreich einschätze. Fischer traf auch die Präsidenten Griechenlands, Karolos Papoulias, und Ungarns, Ferenc Madl, um deren vor der Sommerpause geplante Österreich-Besuche zu besprechen. (APA)

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    Fischer zeigte sich "sehr beeindruckt" von diesem "historischen Treffen" in Moskau.

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