Fachschaftslisten wollen in die ÖH-Exekutive

18. Mai 2005, 19:07
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FLÖ will weniger Parteipolitik und mehr Studentenvertretung - Kein Spitzenkandidat für Bundesvertretung präsentiert

Wien - In die Exekutive der Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) drängen die Fachschaftslisten (FLÖ). Nach den ÖH-Wahlen vom 31. Mai bis zum 2. Juni müsse im österreichweiten Studentenparlament wieder weniger Parteipolitik und mehr Studentenvertretung betrieben werden, forderten FLÖ-Vertreter bei einer Pressekonferenz am Montag in Wien. Auf Grund des neuen Wahlrechts wird es keinen bundesweiten Spitzenkandidaten geben.

Inhaltlich sprechen sich die FLÖ gegen jede Art der Zugangsbeschränkung und für die Abschaffung der Studiengebühren aus. Weitere Forderungen betreffen eine Indexanpassung bei Stipendien sowie die Einführung des passiven Wahlrechts bei ÖH-Wahlen für alle ausländischen Studenten (derzeit nur für EWR-Bürger, Anm.). Außerdem verlangen die FLÖ freien Zugang zum Arbeitsmarkt für ausländische Studenten und Erleichterungen bei der Visumsvergabe.

Die FLÖ sind ein Zusammenschluss von vor allem auf den einzelnen Universitätsvertretungen erfolgreichen unabhängigen Listen. In der Bundesvertretung (BV) stellen sie derzeit allerdings nur drei Mandatare. Deshalb gelten die FLÖ als einer der Gewinner des neuen ÖH-Wahlrechts, das keine Direktwahl der BV mehr vorsieht, sondern nur eine Entsendung durch die Universitätsvertretungen.

Dies sieht FLÖ-Vertreter Gabor Sas nicht ganz so. Zwar gebe es natürlich Vorteile auf Bundesebene. Umgekehrt bedeute dies aber auch, dass viele "große" Fraktionen nun auch für die Universitätsvertretung kandidieren, wo sie dies bisher nicht getan haben - eben um so Mandatare in die BV entsenden zu können. Insgesamt habe man wenig Freude mit dem ohne Mitbestimmung der Studenten "in einer Nacht- und Nebelaktion per Initiativantrag" geänderten Wahlrecht, meinte Sas.

Welche Fraktionen an den einzelnen Unis sich zu den FLÖ bekennen, ist nicht ganz klar. Man sei eben primär ein loser Zusammenschluss aus Studentenvertretern an den einzelnen Universitäten, so Sas.

Als FLÖ kandidiert man nur an den beiden Technischen Universitäten in Wien und Graz. An der Uni Linz heißt die FLÖ-Liste ÖSU (Österreichische Studenten- und Studentinnenunion), in Klagenfurt PLUS (Plattform Unabhängiger Studierender), an der Uni Graz FLUG (Fachschaftslisten Uni Graz ), an der Veterinärmedizinischen Universität AK (AktionsKomitee der Studierenden der Veterinärmedizinischen Universität Wien), an der Uni für Bodenkultur Fali Boku (Fachschaftslisten Boku), am Mozarteum Salzburg, der Universität für angewandte Kunst und an der Kunstuni Linz "Kunst und Politik" (bzw. "Kunst, Mensch und Politik") sowie an der Musikuni Graz "Delphin und Drache".

Verwandte Listen, die sich aber nicht eindeutig deklarieren, sind an der Musikuniversität Wien "Freie Künste" sowie an der Akademie der bildenden Künste die "UnARTige Liste". An der Uni Wien kandidieren die FLÖ übrigens nicht, über die Bildung von Listenverbänden wird noch diskutiert. (APA)

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