"SIT": Einsatz sterilisierter Insekten

17. Mai 2005, 12:22
posten

Internationale Konferenz in Wien zum Thema Schädlingsbekämpfung durch strahlenbehandelte Artgenossen

Wien - Nicht immer sind Gifte notwendig, um Schädlinge zu bekämpfen: Eine weit umweltschonendere und dennoch effiziente Variante stellt der Einsatz von sterilisierten Insekten dar, mit Hilfe derer die Populationen vermindert werden. In der Wiener UNO-City widmete sich ab Montag eine internationale Konferenz diesem Thema.

Bei der "Sterile Insect Technique" (SIT) wird einfach die Natur überlistet: Um beispielsweise die Zahl der Fruchtfliege zu verringern, werden durch Radioaktivität sterilisierte Männchen ausgesetzt, berichteten Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) bei einer Pressekonferenz am Montag. Mit diesen paaren sich dann die Weibchen, ohne allerdings befruchtet zu werden, wodurch die nächste Generation dezimiert wird.

Nischenmarkt mit Potenzial

Bisher ist die Technologie, die im IAEA- und FAO-Labor in Seibersdorf entwickelt worden ist, "ein Nischenmarkt", räumte der Leiter der dortigen Abteilung für Insektenforschung, Alan Robinson, ein. Die Mehrheit setze zwar nach wie vor auf chemische Stoffe, er glaubt jedoch an einen "realen Markt". Dass sich der Einsatz der sterilisierten Tiere lohnen kann, geht aus der Darstellung des landwirtschaftlichen Forschungsrates von Südafrika, Brian Barnes, hervor: Seinen Erfahrungen zu Folge kostet "SIT" nur rund 67 Prozent der herkömmlichen chemischen Schädlingsbekämpfung.

Bekämpft werden mit der Methode unter anderem Schädlinge wie die Tse-Tse- oder die mediterrane Fruchtfliege. So gelang es auf der teilautonomen tansanischen Insel Sansibar, den Bestand der Tse-Tse-Fliege völlig zu dezimieren. Auch die aus Amerika stammende Neuwelt-Schraubenwurmfliege, wurde mit Hilfe der "SIT" Anfang der neunziger Jahre erfolgreich bekämpft, als sie sich unkontrolliert in Afrika auszubreiten drohte.(APA)

Share if you care.