Mobilcom überrascht mit Gewinnsprung

23. Mai 2005, 17:12
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Umsatz ging im ersten Quartal auf 450,6 Millionen Euro zurück - Freenet steigerte Gewinn und übertraf Markterwartungen

Hamburg - Mit einem Gewinnsprung im Auftaktquartal 2005 hat der zweitgrößte deutsche Mobilfunkdienstleister Mobilcom die Markterwartungen übertroffen. Dabei wuchs besonders die Internet- und Festnetz-Tochter Freenet, während die Mobilfunksparte ihren Gewinn vor allem durch Einsparungen steigerte. Analysten erwarten, dass das gute Ergebnis die Stellung von Freenet im Poker um die Verschmelzung mit ihrer Muttergesellschaft Mobilcom stärken wird.

Insgesamt steigerte der Mobilcom-Konzern bei einem auf 450,6 (Vorjahr: 467,7) Mio. Euro gesunkenen Umsatz den Betriebsgewinn um knapp ein Viertel auf 57,2 Mio. Euro. In seinem Kerngeschäft, dem Wiederverkauf von Telefonminuten anderer Mobilfunkanbieter, habe sich der Betriebsgewinn um ein Drittel auf 20,3 Mio. Euro erhöht, teilte Mobilcom am Montag in Hamburg mit. Dabei sei der Umsatz um elf Prozent auf 311,5 Mio. Euro gesunken.

Kundenverlust

Mobilcom hat in den ersten drei Monaten 50.000 Kunden auf 4,51 Millionen verloren. "Das selektive Vorgehen im Neukundengeschäft führte zwar zu geringeren Provisionseinnahmen und damit zu geringeren Umsätzen, aber zu überproportionalen Einsparungen", teilte die mobilcom AG mit Blick auf den höheren Betriebsgewinn mit.

Auch Freenet hat Erwartungen übertroffen

Die Internet-Tochter Freenet steigerte den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in den ersten drei Monaten um 7,7 Prozent auf 36,6 Mio. Euro und übertraf damit ebenso wie ihre Muttergesellschaft die Markterwartungen. Dabei verbuchten sowohl Freenet als auch Mobilcom Aktienoptionen nach den neuen IFRS-Bilanzregeln - auch rückwirkend - als Personalaufwand. Das führte dazu, dass die Vergleichswerte für das erste Quartal 2004 deutlich niedriger ausfielen. Statt eines von Analysten erwarteten Rückgangs beim Betriebsgewinn wiesen beide im Technologieindex TecDax notierten Unternehmen einen Gewinnanstieg aus.

Freenet steigerte die Zahl der Kunden bei schnellen DSL-Internetzugängen deutlich auf 465.000 von 115.000 im Vorjahresquartal. Selbst um die von Strato übernommenen 20.000 DSL-Kunden bereinigt sei das Wachstum stärker als im vierten Quartal 2004 gewesen, schrieben die Analysten der West-LB in einer Kurzanalyse. Der starke Betriebsgewinn werde zudem die Stellung von Freenet im hart umkämpften DSL-Geschäft stärken. Darüber hinaus könnten die starken Ergebnisse Erwartungen an ein höheres Umtauschverhältnis von Freenet-Aktien im Falle einer Verschmelzung mit Mobilcom wecken.

"Wir haben im ersten Quartal gezeigt, dass der Mobilfunk-Serviceprovider ein hohes Ertragspotenzial hat und auf dem besten Wege ist, die anspruchsvolle Prognose für das Gesamtjahr zu erreichen", sagte Mobilcom-Chef Thorsten Grenz. Er wies darauf hin, dass im ersten Quartal im Kerngeschäft mit einer Gewinnmarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 6,5 Prozent das mittelfristige Ziel von sechs Prozent übertroffen sei. (APA/Reuters)

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