Österreich bei "Globalisierung" auf Rang 9

20. Mai 2005, 16:51
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A.T.Kearney-Studie: Alpenrepublik liegt beim "politischen Engagement" auf Platz zwei - Autoren untersuchten auch Korrelation zwischen Globalisierung und Terrorismus

Wien - Im vom Managementberater A.T.Kearney ermittelten aktuellen "Globalisierungs-Index 2005" liegt Österreich - wie im Vorjahr - auf Rang neun.

Der Index misst den "Globalisierungsgrad" von 62 Staaten weltweit in vier Haupt- und zwölf Unterkategorien. Den Angaben von A.T.Kearney zufolge deckt die Studie 96 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes und 85 Prozent der Weltbevölkerung ab.

Angeführt wird die Liste von Singapur, das den Vorjahres-Ersten Irland auf Rang 2 verdrängte. Die Schweiz liegt unverändert auf dem dritten Platz und damit vor den USA, die sich um drei Plätze nach vor geschoben haben. Deutschland, im Vorjahr auf Platz 18, liegt nun auf Rang 21. Von den 62 untersuchten Staaten ist demnach Iran das "am wenigsten globalisierte" Land.

Rang zwei in der Kategorie "Politisches Engagement"

Am weitesten vorne landete Österreich in der Kategorie "politisches Engagement", hier belegt die Alpenrepublik hinter Portugal Rang zwei. Die Studienautoren hoben die Unterzeichnung wichtiger internationaler Abkommen in den vergangenen Jahren und Beiträge zu UN-Friedensmissionen positiv hervor.

In der Kategorie "wirtschaftliche Integration" belegt Österreich nun Platz zehn (nach Rang 25 im Vorjahr), wobei sich insbesondere gestiegene Direktinvestitionen bemerkbar gemacht hätten.

In der Rubrik "technologische Vernetzung" kommt Österreich auf Platz 14, bei der "sozialen Integration" liegt die Alpenrepublik auf Platz fünf. Mit mehr als 19 Millionen Gästen sei Österreich die fünftbeliebteste Touristendestination in Europa (hinter Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien), im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sogar die beliebteste Destination weltweit.

Ostöffnung bringt Vorteile

Wie es in der Untersuchung weiter heißt, profitiere Österreich weiter von der Ostöffnung. Der Exportanteil in die CEE-Region sei weiter steigend, Österreichs Auslandsinvestitionen fließen zum großen Teil in diesen Raum.

In den kommenden Jahren werde sich der Standort-Wettbewerb in Österreich wie in den neuen Nachbarländern verschärfen, erwartet A.T.Kearney. "In den neuen Beitrittsländern entwickelt sich ein massiver Wettstreit um Direktinvestitionen aus dem Westen", so A.T.Kearney-Österreich-Chef Robert Kremlicka. Trotz steigender Lohnkosten würden die absoluten Kostenvorteile der CEE-Region aber noch über Jahre wirksam bleiben.

Verbindung zwischen Globalisierung und Terrorismus

In der Studie wird auch die Frage aufgeworfen, ob es eine Verbindung zwischen der "Öffnung zur Globalisierung" eines Staates und der Gefahr des Terrorismus gebe. Die Studienautoren berichten diesbezüglich, dass sie die Ergebnisse des Index mit den Aufzeichnungen des U.S. State Departmentes verglichen und hier eine "geringe Korrelation" zwischen dem Grad der "globalen Integration" eines Staates und den Terroranschlägen auf dessen Staatsgebiet festgestellt hätten. "Integrierte Staaten sind nicht verletzlicher als Staaten mit weniger Verbindungen zur restlichen Welt." Unter Hinweis auf das Beispiel Indien hätten "globalisierte" Staaten im Gegenteil durch die Teilnahme an internationalen Netzwerken mehr Möglichkeiten, Terrorismus zu bekämpfen, schließen die Autoren von A.T.Kearney. (red/APA)

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