Unkrautjäten und Gräserzupfen

9. Mai 2005, 14:08
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Weitere "25 peaces": Auf dem Heldenplatz kann nun Gemüse angebaut werden und vor dem Belvedere dürfen Kühe am Rasen weiden - Und: ein reisender Balkon

Wien - Fünfzehn Rinder stehen seit heute, Montag, unter der Ikone des freien Österreichs: dem Balkon des Belvedere. Zur Erinnerung an die ungewöhnliche Nutzung der historischen Gartenanlage durch die Sowjetischen Truppen, die nach 1945 im Garten des Schloss Belvedere Kühe weiden ließen, werden die Tiere dort bis zur offiziellen Staatsvertragsfeier am 15. Mai grasen. Gestern, Sonntag, durften sich Kleingärtner über einen besonderen Platz für ihren Gemüseanbau freuen: 60 Beete vor der Hofburg wurden von der "25 Peaces"-Projektreihe verlost.

60 von mehr als 300 Kleingärtnern bekamen ein Stück Acker

Über 300 potenzielle Heldenplatz-Beackerer hatten sich bei "25 Peaces" gemeldet, und fast alle waren gestern, Sonntag, zu Verlosung der Gemüsebeete vor die Hofburg gekommen, wie die Veranstalter erklärten. Die 60 glücklichen Kleingärtner können bis zum 18. September anbauen, was ihnen beliebt. In einem Gartenhäuschen stehen Schaufeln und Gießkannen bereit, Wasser ist auch vorhanden, und nachts werden die Sprößlinge bewacht. Sogar fachmännische Beratung vom Bundesgartenamt steht den Hobbygärtnern zur Verfügung. Die Gartenarbeit soll an Mangel und Not der Kriegs- und Nachkriegsjahre erinnern. Auf Initiative der Bevölkerung hatte man damals städtische Grünflächen und Parks zu Ackern umfunktioniert - eben auch den Heldenplatz.

Weideplatz Belvedere

Auch die Sowjetischen Besatzungstruppen hatten einen ungewöhnlichen Ort landwirtschaftlich erschlossen: Im Garten des Schloss Belvedere ließen sie Milchkühe weiden. "25 Peaces" hat nun mit der Landwirtschaftsfachschule (LFS) Pyhra aus Niederösterreich wieder Rinder auf die gepflegten Rasenflächen gestellt. Schüler passen tagsüber auf die Tiere auf, nachts sind sie in Stallungen bei den Bundesgärten untergebracht.

Balkon auf Reisen

Der geschichtsträchtige Balkon des Belvederes wird - zumindest als originalgetreue Kopie - am Sonntag, 15. Mai, auf Reisen durch die Bundesländer gehen. Mittels fahrbarer Hebekräne mobil gemacht sollen neun dieser mit Attrappen der Außenminister der Signatarmächte ausgestatteten Balkone durch die Bundesland-Hauptstädte touren. Der Platz von Leopold Figl allerdings bleibt frei: jeder Bürger soll ihn einnehmen dürfen.

Die öffentlichen Projekte im Jubiläumsjahr richten der Bundestheater-Holdingchef Georg Springer und Graz 2003-Macher Wolfgang Lorenz unter dem Namen "25 Peaces" aus. (APA)

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  • Wasser Marsch, ...
    foto: standard/matthias cremer

    Wasser Marsch, ...

  • ...es darf geackert werden.
    foto: standard/matthias cremer

    ...es darf geackert werden.

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