Prozess um Klagenfurter "Nazi-Museum": Besitzer hatte Herzbeschwerden

12. Mai 2005, 10:43
1 Posting

Verhandlung wegen angeblichen Diebstahls von NS-Devotionalien im Wert von 36.000 Euro vertagt

Klagenfurt - Erneut vertagt wurde am Montag in Klagenfurt der Prozess rund um ein privates "Nazi-Museum". Laut Anklage soll ein Mann im vergangenen Jahr mehrere NS-Devotionalien aus einer Klagenfurter Sammlung gestohlen haben. Der 84-jährige Eigentümer und Vereinsobmann, der sich nun selbst wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz vor Gericht verantworten muss, konnte wegen Herz-Kreislauf-Beschwerden nicht aussagen.

Uniformen, Orden, Waffen und andere NS-Relikte waren im Vorjahr aus dem Privatmuseum entwendet worden. Der Verdächtige, ein 49-jähriger Kärntner und selbst Schriftführer des Vereines des Angeklagten, will die Nazi-Souvenirs im angeblichen Wert von 36.000 Euro allerdings nur im Auftrag des Besitzers weggeschafft haben, um einer Hausdurchsuchung durch den Verfassungsschutz zuvorzukommen. Es hätte sich keinesfalls um einen Diebstahl gehandelt, sagte der Mann - er ist 16 Mal wegen diverser Delikte wie Diebstahls vorbestraft - am Montag vor dem Schöffensenat aus.

Der "Museumsdirektor" hofft jetzt auf einen Freispruch in eigener Sache und danach auf eine Verurteilung seines früheren Vertrauten. Im Verfahren dreht sich derzeit alles um eine am Tatort gefundene Blutspur, die den Einbruch in das Museum beweisen soll. Das "Nazi-Museum", wie es der 84-Jährige selbst bezeichnet, hätte nämlich nur für ausgewählte Gäste seine Pforten geöffnet gehabt. Die Interessierten konnten sich in einem "NSDAP-Raum", im "SS-Raum", im "KZ-Raum" und im "Russen-Raum" informieren.

Da der Geschädigte am Montag auch nicht mit ärztlicher Begleitung zur Verhandlung in das Landesgericht gebracht werden konnte, wurde der Prozess vertagt. Fortgeführt wird das Verfahren voraussichtlich kommende Woche. (APA)

Share if you care.