Crossover in Sachen Forschung

17. Mai 2005, 11:28
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Circe: Neues grenzüberschreitendes Förderprogramm des Wirtschaftsministeriums

Strapamo war gestern, jetzt kommt Circe. Zwei Akronyme mehr in der österreichischen Forschungsförderlandschaft, die allerdings für zwei Förderprogramme stehen, die über die Grenzen des eigenen Landes hinaus schauen. Strapamo bedeutet: Bildung von strategischen Forschungs- und Technologiepartnerschaften mit Mittel- und Osteuropa. Das Wirtschaftsministerium (BMWA) initiierte das Programm, Start war bereits im Herbst 2002.

Angesprochen waren Unternehmens-Cluster und Forschungseinrichtungen (Technologieparks, Business Innovation Centers und andere), die mit ähnlichen Institutionen in Mittel- und Osteuropa Partnerschaften eingehen (Die Projektlaufzeit: zwölf bis 18 Monate). Neben dem Antragsteller mussten mindestens drei Unternehmen aus dem Umfeld an dem Projekt teilnehmen. Das Gleiche galt auch für den Partner im Ausland.

Insgesamt wurden 21 Projekte eingereicht, der Förderkuchen war 1,1 Millionen Euro schwer. Zwölf Projekte wurden schließlich bei der einmaligen Ausschreibung unterstützt - auf österreichischer Seite waren unter anderem die IT-Kompetenzzentren Evolaris, EC 3 oder das Kompetenzzentrum für Virtual Reality und Visualisierung (VrVis) dabei, auch die Lebensmittelversuchsanstalt oder das Polymer Competence Center Leoben.

Häufig vertreten

Am häufigsten waren Ungarn und Slowenien als Kooperationsland vertreten. Einzelne Projekte werden aber auch mit der Slowakei und Kroatien durchgeführt. Die Technologiefelder der Projekte reichten von Werkstoff-über Umwelt-, und Informations-, bis hin zu Lebensmitteltechnologie.

Circe schließlich steht für Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit Zentral und Osteuropa (genauer: Cooperation for Innovation and Research with Central and Eastern Europe). Das Programm unterscheidet sich aufgrund der Erklärung des Akronyms kaum von Strapamo. Tatsächlich ist es aber eine Weiterentwicklung - auch aufgrund der Erfahrungen, die man mit Strapamo machte.

Im Zentrum von Circe steht einerseits ein transnationaler Netzwerkaufbau zwischen den Unternehmen, wobei auch so genannte "intermediäre Organisationen", also Impuls- oder Kompetenzzentren aber auch Cluster mit ins Boot geholt werden (Netzwerkprojekte). Andererseits soll innerhalb dieser grenzüberschreitenden Projekte auch Technologietransfer oder Qualitätssicherung stattfinden (Innovationsprojekte). Wer eines der beiden Projekte zugesprochen bekommt, kann zusätzlich auch ein Ausbildungsprojekt beantragen (Grafik).

Pflichtpartner

Bei Netzwerkprojekten müssen drei Unternehmen aus Österreich und drei aus Mittel- und Osteuropa teilnehmen. Bei Innovationsprojekten nur jeweils zwei.

Die Partner müssen aus den Ländern Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Mazedonien, Polen, Rumänien, Serbien-Montenegro, Slowakei, Slowenien, Tschechien oder Ungarn kommen.

Das wieder vom BMWA initiierte Programm ist ein Call, also ein zeitlich begrenzter Förderwettbewerb, der von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelt wird. Eingereicht werden können die Projekte vom 25. Mai bis zum 12. September bei der FFG. Die Ausschreibung ist mit 3,2 Millionen Euro dotiert, also deutlich üppiger als Strapamo. (pi/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9. 5. 2005)

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