Badawi gegen religiös motivierte Frauenunterdrückung

9. Mai 2005, 11:50
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Malaysias Premier bei Treffen der Blockfreienbewegung: Gleiche Bildungs- und Berufschancen für Frauen

Kuala Lumpur - Der malaysische Ministerpräsident Abdullah Ahmad Badawi hat Entwicklungsländer aufgefordert, gegen Frauen diskriminierende Bräuche und religiöse Lehren vorzugehen. "Es bedarf großen moralischen Muts und Tapferkeit, diese lange und tief verwurzelten Ansichten über die Rolle der Frau anzugehen, und das besonders, wenn Religion Hauptgrund ihrer Unterjochung ist", sagte der Muslim Badawi am Montag auf einer Ministertagung der Blockfreienbewegung (NAM) zur Förderung von Frauen in Kuala Lumpur.

Er nannte kein Land beim Namen, verwies aber darauf, dass Frauen in vielen muslimischen Ländern diskriminiert würden. Vielen Frauen würden Schul- und Berufsausbildung sowie Arbeitsplatzsicherheit vorenthalten. In Kriegsgebieten seien sie nicht nur oft Opfer von Armut und Krankheit, sondern würden zudem "vergewaltigt, gefoltert, verstümmelt und unaussprechlicher Verbrechen unterworfen".

Zu der zweitägigen Tagung sind 75 Minister der 116 Staaten zählenden Blockfreienbewegung nach Kuala Lumpur gekommen. Am Dienstag soll sie mit einer Erklärung abgeschlossen werden, in der nach Informationen der Nachrichtenagentur AP der Schutz von Frauen vor Krieg und Krankheiten wie Aids versprochen und weiter reichende politische und wirtschaftliche Chancen und Rechte versprochen werden sollen. (APA/AP)

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    Der malaysische Premier Abdullah Ahmad Badawi umringt von seiner Frau Endon Mahmood (l.) und der Frauen- und Familienministerin Shahrizat Abdul Jalil (r.) in Kuala Lumpur.
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