"Wall Street Journal" in Europa und Asien als Tabloid

17. Mai 2005, 20:51
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Kleineres Format soll Kosten sparen und jüngere Leser ansprechen

Das Wall Street Journal (WSJ) wird seine beiden internationalen Ausgaben für Europa und Asien ab 17. Oktober im Tabloid-Format herausgeben. Das teilte der Herausgeber des Finanz- und Wirtschaftsblattes, Dow Jones & Co, in einer Aussendung mit. Mit den Maßen 14,5 mal zehn Zoll (36,8 mal 25,4 Zentimeter) sollen "The Wall Street Journal Europe" und das künftig auf "The Wall Street Journal Asia" umbenannte "The Asian Wall Street Journal" jüngere Leser ansprechen. Ab 2006 will Dow Jones & Co durch das neue Format auch Produktionskosten von jährlich 17 Mio. Dollar sparen.

Handliches Format soll junge Leser ansprechen

Das Tabloid-Format sei insbesondere in Europa ein beliebtes Format, das sich auch bei Qualitätszeitungen bewährt habe. Die handliche Größe komme vor allem bei jungen und mobilen Lesern gut an. Die Zeitungen werden 36 bis 40 Seiten haben. Die Nachrichten und Berichte sollen künftig öfter auf einer Seite Platz finden, so dass der Leser nicht in einer Geschichte umblättern muss. Auf der Titelseite sei unten Platz für eine Werbung in Farbe vorgesehen (Bild).

An Online-Ausgabe angepasst

Inhalt und Marketing der internationalen Ausgaben werden an die Online-Ausgabe WSJ.com angepasst, wobei die Zeitung vor allem auf Unternehmenskunden zielt. Demnach sollen die Abonnenten der Online-Ausgabe auch als Abonnenten des neuen Tabloid-Formats gewonnen werden. WSJ.com ist laut Dow Jones gemessen an den 731.000 Abonnenten die größte kostenpflichtige Nachrichtenseite im Internet. Die 1983 gegründete Europa-Ausgabe des WSJ hat laut Dow Jones eine Auflage von 86.156 Stück, die 1976 gegründete Asien-Ausgabe von 80.883 Stück.

Neuer Chefredakteur für Europa

Frederick Kempe, Chefredakteur und Mitherausgeber von " The Wall Street Journal Europe", wird in die USA zurückkehren und dort für internationale Kunden zuständig sein. Als Chefredakteur folgt ihm Raju Narisetti. Der Schritt wird auch einige Jobs in den Redaktionen in Brüssel und Hongkong kosten. Allerdings werde den meisten Betroffenen ein Job bei der neuen Wochenendausgabe in den USA angeboten. Das WSJ werde weiterhin über 100 redaktionelle Mitarbeiter außerhalb der USA haben. (pte)

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