Mediziner fordern Maßnahmen

30. Mai 2005, 17:29
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Steigende Asthma-Raten bei Kindern auf Grund von Feinstaub

Wien - Das im Vorfeld viel beachtete Expertengespräch zum Thema Feinstaub hat am Montag im Umweltministerium begonnen. Dass durch diese Partikel Krankheiten - vor allem der Atemwege - verursachen kann, wissen Mediziner seit langem und fordern daher ihrer Ansicht nach längst fällige Maßnahmen für einen besseren Schutz der Bevölkerung.

"Es besteht Handlungsbedarf"

"Die Problematik ist schon seit 13 Jahren wirklich gut publiziert und der Zusammenhang mit Lungenerkrankungen ist nachgewiesen. Es besteht Handlungsbedarf", so Sylvia Hartl, Oberärztin an der Lungenabteilung im Wiener Otto Wagner-Spital.

Feinstaub ist ein Mix aus extrem kleinen, mit freiem Auge nicht sichtbaren Substanzen, die für die Atemwege chemisch irritierendes bis toxisches und Krebs erregendes Potenzial haben. Das Gemisch stammt aus Kraftfahrzeugemissionen inklusive Brems-, Gummi- und Straßenabrieb, Industrie- und Hausbrand (Kohleverbrennung, Holzverbrennung), Streusplitt und Salzstreuung. Darin enthaltene Aerosole (feine flüssige, feste oder gasförmige Teilchen) und winzige Partikel werden über die Atemluft bis tief in die Lunge inhaliert.

"Wie saurer Regen für die Lunge"

"Stickoxide und Schwefelabgase führen zu Schleimhautreizungen. Sie sind wie saurer Regen für die Lunge", warnte die Medizinerin. Gefährdet sind vor allem Menschen mit einer entsprechenden Vorschädigung, wie Asthmatiker und Patienten mit chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen. "Aber auch eine gesunde Lunge wird reagieren", so Hartl. Bei Kleinkindern werde die Entwicklung der Lunge negativ beeinflusst. "Die steigenden Asthma-Raten bei Kindern hängen unter anderem mit Feinstaub zusammen", erläuterte die Ärztin.

Ein erhöhter Feinstaubgehalt in der Luft gehe auch mit einer erhöhten Frequenz in den Notfalleinrichtungen und einer höheren Todesfallrate zum Beispiel bei Asthma- oder Herz-Lungenpatienten einher, wie die Fachärztin berichtete. "Das erhöhte Sterberisiko bei Langzeitexposition ist erwiesen." (APA)

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