Intercell im Erstquartal mit tiefroten Zahlen

13. Mai 2005, 19:16
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Fünf Millioen Euro Verlust bei 400.000 Euro Umsatz - Geschäfts­entwicklung und Partnerschaften "im Plan" - Unternehmen erwartet noch zwei bis drei Jahre Verluste

Wien - Das börsenotierte Biotechnologie-Unternehmen Intercell hat im ersten Quartal 2005 bei Umsatzerlösen von rund 400.000 (nach 300.000) Euro tiefrote Zahlen geschrieben. Wie die Wiener Firma am Montag ad hoc mitteilte, stieg der Jahresverlust in den ersten drei Monaten von 4,7 auf 5,0 Mio. Euro. Der operative Cash Flow verschlechterte sich von minus 4,6 Mio. Euro auf minus 6,8 Mio. Euro.

"Planmäßige Entwicklung"

Der Anstieg des Verlustes um 7,5 Prozent sei zurückzuführen auf "die Weiterentwicklung der fortgeschrittensten Produkte", wird Intercell-Finanzvorstand Werner Lanthaler in der Mitteilung zitiert. Die Geschäftsziffern entwickelten sich ebenso planmäßig wie die Produktentwicklungen und die strategischen Partnerschaften. Das Unternehmen, das mit Hochdruck neuartige Impfstoffe gegen Malaria und Japan-Enzephalitis zur Marktreife bringen will, werde voraussichtlich noch zwei bis drei Jahre Verluste schreiben. Noch 2005 erwartet Lanthaler vermehrte Einnahmen aus Partnerschaften und Lizenzvereinbarungen.

Ein kürzlich abgeschlossenes Forschungs- und Entwicklungsabkommen mit der US Navy soll noch heuer in klinische Studien münden. Die von Intercell entwickelte Adjuvans-Technologie (Immunizer IC31TM) wird im Malaria-Impfstoff-Programm des US Naval Medical Research Center (NMRC) eingesetzt und mit dort entwickelten Malariaimpfstoffantigenen kombiniert und getestet. Intercell betreibt auch Partnerschaften mit Merck&Co., Sanofi Aventis, Statens Serum Institut (Dänemark) und SciGen ltd (Australien/Singapur). Bis Jahresende ist eine Vermarktungsvereinbarung mit den Australiern geplant, weitere strategische Partnerschaften sind anvisiert.

Umsatz stieg auf 400.000 Euro

In den ersten drei Monaten 2005 verbuchte Intercell Einnahmen in Höhe von 0,4 Mio. Euro nach 0,3 Mio. Euro vor einem Jahr. Die Betriebsaufwendungen stiegen im Jahresabstand von 5,1 auf 5,6 Mio. Euro, was mit höheren Forschungs- und Entwicklungskosten begründet wird. Diese Mehrkosten seien zum Teil durch geringere Verwaltungs- und Vertriebskosten kompensiert worden.

Nach dem Börsegang samt Mehrzuteilungsoption im Februar mit einem Nettoerlös von 46 Mio. Euro beliefen sich die liquiden Mittel per Ende März 2005 auf 70,9 Mio. Euro. Diese "überzeugende Finanzlage" ermögliche es, den Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis durch Phase III-Studien bis zur Marktregistrierung zu bringen, erklärte Lanthaler. Auch der therapeutische Impfstoff gegen Hepatitis C sowie weitere Produktkandidaten im präklinischen Stadium könnten "wesentlich vorangetrieben werden". (APA)

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