Die Post-Therapie

25. Mai 2005, 09:20
posten
An einer Beschwerdestelle zu arbeiten muss furchtbar sein. Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten an der Post-Beschwerdestelle (auch Kundenservice genannt), und man zahlt Ihnen nicht einmal Depressionszulage. Na gut, die haben ihr Schicksal selbst in die Hand genommen, bemerkte die Salzburger Kundin Christine K.

Sie hatte monatelang falsche Post (von Fremden für Fremde) zugestellt bekommen. Und die richtige Post langte frühestens zwei Monate später ein. Das meldete sie beim Amt - und erhielt ein Formular mit der Empfehlung: "Des füllen S' aus und schicken's nach Wien!" So tat sie.

Keinen Tag früher als zwei Monate später kam die Retourpost von der Post: Es tut uns leid, dass Sie mit unserer Leistung nicht zufrieden sind. Wir bewegen pro Tag etwa sieben Millionen Sendungen (. . .) Da ist es so gut wie unmöglich festzustellen, warum Ihre Sendung verspätet eingelangt ist. Wir hoffen, dass wir Sie wieder zu unseren vielen zufriedenen Kunden zählen dürfen. Sollte uns nochmals ein Missgeschick unterlaufen, kontaktieren Sie uns bitte.

Wir könnten schwören: Immer wenn die Beamten vom Post-Kundenservice diesen Brief wegschicken, geht es ihnen nachher psychisch besser. (DER STANDARD, Printausgabe vom 9.5.2005)

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