Italiens Notenbank gibt sich geschlagen

20. Mai 2005, 16:47
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Übernahme neuntgrößten italienischen Bank, Antonveneta, noch nicht entschieden

Die italienische Nationalbank Banca d'Italia hat am Wochenende überraschend ihren Widerstand gegen die Übernahme der neuntgrößten italienischen Bank, Antonveneta, aufgeben. Sie gab der niederlandischen ABN Amro grünes Licht.

Erstmals hat die Nationalbank in ihrer Funktion als Kreditaufsichtsbehörde damit einer ausländischen Bank die Genehmigung für ein öffentliches Übernahmeangebot erteilt. Mailander Finanzkreise werten diese Entscheidung als "Meilenstein". Damit werde nicht nur der italienische Bankmarkt geöffnet, sondern auch Italiens Kreditinstitute der Weg für Auslandszukäufe erleichtert.

Bieterkampf geht weiter

Der Bieterkampf um Antonveneta ist damit freilich nicht entschieden. ABN Amro bietet 25 Euro pro Antonveneta-Aktie, die kleine Volksbank von Lodi will angeblich 26 Euro pro Aktie bieten. Letztere hält 30 Prozent an Antonveneta, ABN Amro nur 20. Die Staatsanwaltschaft von Mailand und die Börsenaufsicht Consob ermitteln allerdings, ob es bei den Aktienzukäufen der Volksbank von Lodi Kursmanipulation oder Insider-Trading gab.

Zentralbankchef Antonio Fazio versuchte bisher, den ausländischen Einfluss auf Italiens Kreditsystem hermetisch abzuschotten. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 09.05.2005)

Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand
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