Woher kommt der "Garaus"?

Redaktion
17. August 2005, 13:39
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... und ist er eine Einzelerscheinung oder hat er im deutschsprachigen Raum noch mehr Verwandte?

EtymologInnen und anderweitig Sprachverzückte sind die Zielgruppe Edelbert Herzogs, unseres Gewinners der Woche, mit seiner Frage:

"Ich habe mich schon immer über das Wort Garaus gewundert. Ich weiß, dass jemandem oder etwas den Garaus machen soviel bedeutet wie töten, vernichten, zerstören, platt machen. Aber woher kommt das Wort an sich?

Und was noch seltsamer ist: Das Wort kommt nur in dieser einen einzigen Redewendung vor, "Garaus" an sich scheint es nicht zu geben. Das ist doch ein Unikum in der deutschen Sprache - wenn jemand noch ein anderes Wort findet, das nur in einer einzigen Phrase verwendet und nicht dekliniert oder konjugiert werden kann, spendiere ich ihm ... nein, lieber doch nicht. Falls die anderen UserInnen doch eine Menge solcher Wörter finden, werde ich noch arm ;-) [Anmerkung der Redaktion: keine Angst, wir hätten die Adresse ohnehin nicht weitergegeben.]

Aber interessieren würde es mich schon: gibt es in der deutschen Sprache davon noch mehr?"

Na, dann: die Suche ist eröffnet!(red)

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Posting 26 bis 75 von 99
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Enttäuschung heisst, dass man von seiner Traumwelt in die Realität zurückgerissen wird.
Da wir alle die Realtät kennen, kann das einfach nur negativ empfunden werden.
Vor allem bei den Träumen die wir so haben.

Danke!

Auch an asd ad.

Das leuchtet mir ein.

Warum sich Humans aber eine Realität schaffen, die sie eigentlich nervt und der sie entfliehen müssen, wenn nicht real so doch in ihrer Phantasie, bleibt mir ein Rätsel ... ;-)

Auch dieses Rätsel kann leicht gelöst werden. Ich hoffe Sie sind dann aber nicht enttäuscht:-)

Nicht wir formen die Realität, die Realität formt uns. Das kleine bisschen Einfluss das wir auf die Realität haben, gaukelt uns oft vor wir hätten wirklich etwas zu sagen, aber ich fürchte dem ist nicht so.

Einzig die Gedanken sind frei und die wahren Abenteuer sind im Kopf.
Und sind sie nicht im Kopf dann sind sie auf hoher See, in der Wüste, im Weltraum und am Polarkreis zu finden. Denn dort war ich noch nie und wurde folglich noch nicht enttäuscht.
Afrika ist übrigens wirklich ein Abenteuer. Aber verdammt viel Realität dort.

Auweh

Jetzt muss ich in "dumm gefragt" fast ernsthaft diskutieren ...

Die "Realität" (z.B. Zustand des Lebensraumes, Überbevölkerung, nachhaltige Ressourcenverwaltung, ...) wird sehr wohl von der Rasse Mensch stark geformt - nicht ausschliesslich, aber zu einem hohen Anteil.

Dass sich allerdings das (naturgemäß egoistische) Individuum für die Idiotien der gesamten Spezies nicht verantwortlich, ja sich sogar dem ausgeliefert fühlt, ist eine Krankheit der Menschheit die mir als Alien grausen lässt - bei uns Aliens wird das "Sapiens", das sich die Menschheit an ihre Spezies geheftet hat, unter anderm als "Übernahme von Verantwortung für die Interaktion mit / Formung der Realität" verstanden.
Hier ist "Vernunft" scheinbar was ganz anderes ... ;-/

Sie haben ja eh recht. Ich habe nur maßlos übertrieben. Ich glaube ja auch, dass ein Mensch oder zwei sich schon eine erträgliche Realität schaffen können. Ab drei wirds schon schwierig und ab 5 Menschen unmöglich. Weil Menschen zwar soziale Wesen sind aber furchtbar dumm und egoistisch und vor allem von Ängsten zerfressen.

Sie als Alien habens da nätürlich leichter.

Seuftz ...

... Ihre Annahme wir Aliens hätten es da leichter, ist eine sehr optimistische Interpretation unserer Realität. ;-)

Egoismus ist ja eine evolutionäre Notwendigkeit, aber die Sache mit der Dummheit - tja - ist wohl ein recht subjektives Kriterium.

Interessantes Seitenthema: im Zusammenhang mit memetischer Evolution kann Dummheit bei der Meme Wirts-Spezies Homo Sapiens durchaus Sinn machen!

naja der ausgangspunkt ist eine täuschung, die dem getäuschten als angenehm erscheint. wird die täuschung aufgedeckt, als ent-täuscht, dann wird man mit der weniger angenehmen realität konfrontiert. deshalb ist eine enttäuschung etwas negatives, weil man merkt, dass man eben getäuscht wurde.

One more: das Getüm

Schon lange suche ich ein Getüm. Nachtem es ein Ungetüm gibt, dachte ich, ein Getüm müsste doch was nettes, zierliches sein ... wobei Getüm rein so subjektiv-phonetisch für mich nicht eben nach zierlich klingt.

Und was ist dann "tümen" (ist das zu Getüm so wie schenken zu Geschenk)?

Hat "Getümmel" damit was zu tun? Damit es sich so richtig tümmelt im Getümmel müssen die Tümmler (nicht die Delphinart, sondern die in dem Getümmel) ja zwangsweise zierlich sein, weil wenn mitten in einem Getümmel ein Ungetüm stünde, würden sich die Getüme unter den Tümmelrn bald tummeln, von hinnen zu kommen, denke ich. ;-)

(P.S. und jetzt schlage ich mal Getüm im Etymologischen Wörterbuch nach, so ich eines finde)

Wenn ich mich richtig an den schon länger zurückliegenden Deutschunterricht der Unterstufe erinnere...

...waren viele der Formen ohne "un" bzw. "Un" früher geläufig, sind aber mit der Zeit verloren gegangen und wirken heutzutage unter Umständen komisch

z.B: "Du *Hold! Immer wenn Du mit der Hand über den Tisch fährst und die kleinste *Ebenheit bemerkst, tust Du so, als wäre das eine große *Annehmlichkeit und schleuderst mir *beirrbar dann *erbittlich Deine *Flätigkeiten entgegen. Ich finde das wirklich eine *faßbare, *wirsche *Gezogenheit von Dir!" ;-)

Den Gendanken wieder zurückgesponnen, landen wir dann beim Ungetümmel?

Ungetümmel?

Gefällt mir! Muss ich mir merken! Ein Ungetümmel ist so besehen etwas, wo ich mich gerne aufhalte ... ;-)

in der wohnsiedlung, in der ich aufgewachsen bin, gab es einen alten grantscherm mit dem Nachnamen "Garaus",

vor dem sich alle kinder fürchteten ...

wann etwas gar ist

ist es nicht immer durch, sondern manchmal auch aus (gegangen) - passiv natürlich :-)

laut internet...

In Süddeutschland wurde (um 1500) die Polizeistunde mit "gar aus" = "vollständig aus" verkündet. Diesen Ausdruck übertrug man auf das Tagesende allgemein und schliesslich sogar auf den Glockenschlag, der das Tagesende kundtat.
Und wenn man jemandem den "Garaus macht", bereitet man ihm nicht nur ein Tagesende sondern "sogar" ein "Lebensende". In übertragendem Sinn kann es natürlich auch bedeuten, dass man jemandem die Geschäftsgrundlage entzieht.
http://www.etymologie.info/~e/d_/de-... ssen_.html
jdm den *Garaus machen: angebl. "nach dem Ruf, mit dem z.B. in Nürn-
berg und Regensburg um 1500 das Ende des Tages und die Polizeistunde
verkündet wurden" WAHRIG 1986,518R
http://www.staff.uni-marburg.de/~naeser/ra-mat.htm

Danke schön

für die Erklärung! Ich finde, der Standard sollte solche Fragen besser recherchieren, bevor sie zur Diskussion gestellt werden - wenn es eine einfache Antwort gibt (wie z.B. zum Drei-Ziegen-Problem, siehe http://derstandard.at/?url=/?id=1987777), dann ist das Ganze ja fad.

find ich nicht

denn allein die anzahl der postings laesst erkennen, dass es die leute interessiert darueber zu schreiben. es geht ja hier nicht wirklich darum die leute zu bilden.

Sie haben, glaube ich, nicht verstanden, was ich meine. In dieser Kolumne gibt es Fragen, die sich kaum oder gar nicht beantworten lassen wie z.B. die Frage "Wann ist das letzte Lied geschrieben?" Darüber kann man diskutieren.

Und dann gibt es Fragen wie z.B. diese hier oder das Drei-Ziegen-Problem (auch Drei-Laden-Problem genannt). Auf diese Fragen gibt es eine eindeutige Antwort (die in diesem Fall auch mindestens fünfmal gepostet wurde). Über solche Themen können sie nicht diskutieren. Das wäre ja so, als würden Sie über die Lösung von 4*4 diskutieren wollen.

Wobei die letzte Art von Fragen eher dazu geeignet wäre, Leute zu bilden - was wollen Sie mir mit diesem Satz sagen?

Endlich eine wirklich niveauvolle dumme Frage.

Da sie gar nicht dumm ist, passt sie aber gar nicht in die Rubrik "dumm gefragt".

auch in meinem etymologischen wörterbuch des deutschen

findet sich die erkärung: jemandem den Garaus machen aus : gar aus "vollständig aus, vorbei", wohl nach dem ruf des wächters, mit dem in nürnberg und in regensburg um 1500 polizeistunde geboten wird, danach auf das tagesende und den das ende des tages anzeigenden glockenschlag übertragen.

Ja wenn denn einmal eine Frage sogar von Ihnen die Absolution bekommt dann heisst das schon was.

Redaktion derStandard.at/Wissenschaft
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Eine solche Rubrik gibt es auch nicht, sondern nur die mit dem Fragezeichen an entscheidender Stelle.

Gar Aus - wie bereits v Vorpostern erklärt,

Ende des Tages. Bedeutung der einzelnen Teile: Gar Herkunft vom Zubereiten der Nahrung unter Hitzezuführung, also durchgekocht od -gebraten, wurde in weiterer Folge auch für das Zuendegehen, zB v Vorräten, etc. verwendet. Und die Silbe Aus bedarf ja wohl keiner weiteren Erklärung.

weiß auch was

...und wer kennt das Präsens von erkoren?

Halt. Nicht nachschauen!

Bravo!

erkiesen ist richtig.

Respekt, Respekt, wie ich das dass erste Mal gehört habe, war ich von den Socken.

"kiezen" ist niederländisch für "wählen".

da hamma wieder die verwandschaft der sprachen.

Und der Kiez

ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das Rotlichtviertel in Hamburg. Weil sich die Freier dort die "Damen" wählen?

Martin Luther: "Wer sich die Musik ERKIEST, hat ein himmlisch Gut bekommen..."

Ich glaube, von Martin Luther; gesungen vor etwa 40 Jahren in der Kindersingschule der Stadt Wien.

Nanana, kommens,

ich glaub ja einiges, aber dass der Martin Luther vor 40 Jahren in Wien was vorxungen hätt, glaubenS ja wohl selber ned ;-)!!

Net der Luther, der Bertel!

von "erkiesen"

kiesen

stimmt's?

1. Evtl abgeleitet von "zerschellen".
2. Evtl von "Scholle", was ja eigenen Grund und Boden bedeutet - an der Scholle hängen. Wenn man nicht mehr an der Scholle ist, ist man eben verschollen.

Soweit meine Theorien.

ist wohl die antwort auf die frage weiter unten von johannes kreissl

verschollen kommt von verschallen.
aber was hat das mit erkoren zu tun?

errare humanum est

Sicher?

Ich weiss nicht, ob das mit der Herkunft aus "verschallen" stimmt. Denn wenn etwas verklungen, also nicht mehr da ist, sagt man "verschallt".

küren? erkoren wäre dann das Passiv dazu

auf die schnelle meine ich, es ist ein passivwort.

Verunglimpfen!

Im Deutschen kommt das nur als Un-glimpf, aber nicht als glimpf vor. Das hat mich auch immer gewundert. Wenn man jemanden fragt was verunglimpfen heisst, weiss es jeder - aber wenn ich jemanden verglimpfen will, stehen alle an.

stümmt ja gar nüd

glimpflich gibt's zumindest.

du glimpf !


aehnlich steht es mit dem erPICHT sein.

pichen pichte gepicht ?

ich piche sicher nicht !

mfg

fb

Hilfe, ich verschelle... ;-)

Weiss wer, von wo das Wort "verschollen" kommt? Wie lautet die Gegenwart davon, also - wenn´s grad passiert...?

"verschellen" natürlich

Besonders fasziniert mich das "Nu"

Das kommt auch nur im Zusammenhang von "im Nu" sowie in Kreuzworträtseln als Synonym für "Augenblick" vor.

"Maulaffen...

...feilhalten".

"Ach du grüne Neune"

...

"Gar aus" ist hw. im Sinne von "ganz aus" abgeleitet. "Gar aus!" war der Ruf, mit dem in süddeutschen Städten die Polizeistunde ausgerufen wurde.

;-)

(ganz und) gar aus? ;-)

Vielleicht so ähnlich wie...

...wirklich, ganz TOT*).

Net nur "a bissal"....

;-)


*) Interessant vielleicht, daß im lateinischen - "Ganz" - "TOTO" heißt, d.h. - meine/deine kleine "Brücke" ist "ganz und gar" nicht so abwegig...
Siehe auch im Englischen: TOT-ALLY (Die Gesamtheit ist gleich "alles", wie auch der "Alliierte", der Verbündete, welcher "ganz" zu dir hält...). Also "alles andere ist "tot", hat demnach "hier" in dieser Welt keinen Einfluß mehr und verbindet sich mit "Allem".

woher kommt denn

"nix für ungut" im heutigen Sinn?

Eine gute Frage. Vor allem das Wörtchen "ungut". Das Wort gibt es schon im Mittelhochdeutschen (unguot), was soviel heißt wie "Unglück".

Wäre ein Ansatz, aber auch nicht mehr.

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