Woher kommt der "Garaus"?

Redaktion, 17. August 2005, 13:39
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... und ist er eine Einzelerscheinung oder hat er im deutschsprachigen Raum noch mehr Verwandte?

EtymologInnen und anderweitig Sprachverzückte sind die Zielgruppe Edelbert Herzogs, unseres Gewinners der Woche, mit seiner Frage:

"Ich habe mich schon immer über das Wort Garaus gewundert. Ich weiß, dass jemandem oder etwas den Garaus machen soviel bedeutet wie töten, vernichten, zerstören, platt machen. Aber woher kommt das Wort an sich?

Und was noch seltsamer ist: Das Wort kommt nur in dieser einen einzigen Redewendung vor, "Garaus" an sich scheint es nicht zu geben. Das ist doch ein Unikum in der deutschen Sprache - wenn jemand noch ein anderes Wort findet, das nur in einer einzigen Phrase verwendet und nicht dekliniert oder konjugiert werden kann, spendiere ich ihm ... nein, lieber doch nicht. Falls die anderen UserInnen doch eine Menge solcher Wörter finden, werde ich noch arm ;-) [Anmerkung der Redaktion: keine Angst, wir hätten die Adresse ohnehin nicht weitergegeben.]

Aber interessieren würde es mich schon: gibt es in der deutschen Sprache davon noch mehr?"

Na, dann: die Suche ist eröffnet!(red)

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"Quitt"

Das Wort "quitt" verwendet man meines Wissens nach nur in der Phrase "Wir sind quitt" (und natürlich Abwandlungen wie "sie sind quitt" etc.). Und beugen kann man es auch nicht ("wir sind quitte Menschen").

hab auch was

woher kommt verunglimpfen? kenne es positiv nur als glimpflich, gibts das auch als hauptwort der/die/das glimpf?

bitebitte, ich hab auch was....

...weiß jemand wo HUMP und DUMP herkommt?

kommt von

LUMP (genuschelt aka politikerdeutsch)

brockhaus ist schlauer

Jemandem den Garaus machen

»Garaus« geht zurück auf den Ruf »gar aus« (= vollständig aus), mit dem seit dem 15.Jahrhundert in Süddeutschland die Polizeistunde geboten wurde. Der Ausdruck wurde dann auch auf das Tagesende und den das Tagesende angebenden Glockenschlag übertragen. Wir gebrauchen die umgangssprachliche Wendung meist scherzhaft im Sinne von »jemanden umbringen«: Er hatte Angst, die beiden Burschen könnten ihm den Garaus machen. In Heinrich Eduard Jacobs Sachbuch »Sage und Siegeszug des Kaffees« heißt es: »Während das christliche Europa vor den Türken erzitterte, hätten die Holländer (...) sehr wohl die Möglichkeit gehabt, dem Sultan den Garaus zu machen«
© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim, 2005

Das wurde alles schon zig mal weiter unten

gepostet. Bitte die anderen Postings durchlesen, bevor man als Fünfter das Rad zu erfinden meint.

Faule Bagage!

Das französische Bagage (Gepäck) fand nur in der Kombination "faule Bagage" Einzug in die Umgangsprache.

"Bagage" hat übrigens auch in den tschechischen Wortschatz Einzug erhalten: "Pagáž" (Gesindel)!

und was soll man sich unter einem Plötz vorstellen?

wenn so ein Plötz plötzlich vom Himmel fällt, ist der Garaus auch nicht mehr weit *g*

Dann ist man höchstwahrscheinlich in der Nähe eines kleinen, gallischen Dorfes (wissenehschon - das was sich Caesar widersetzte...)....

....und es regnet PLÖTZEN vom Himmel. Die "Plötze" ist nämlich eine Fischart.

Ob der Verleihnix mit dem gar "was am Hut" hat? Uj! - Das ist vielleicht scho wieder so was...

Ach, du grüne Neune!

Das Grimmsche Wörterbuch erteilt folgende Auskunft:

Garaus: völliges Ende, Untergang. Das Adverbiale "gar aus" zum Substantiv erhoben, so ähnlich wie "im Voraus". Gar heißt fertig, bereit, ganz, Verb dazu: gerben. Althochdeutsche Form:karwo, garo, karo.

Yep! Siehe "althochdeitsches Küchlatein für Schaben"... ;-) ...

..."etwas wird GARgekocht", oder "garen". Wobei interessant wäre, ob dies nicht mit dem GER zu tun hat - wobei mir einfiele, daß über dem Feuer etwas am SPIESS (=GER) gebrutzelt werden kann. Kommt demnach GAR nicht gar von GER?

;-)

Weiters, gucken wir mal, wo "GAR" noch vorkommt:
GAR-nison
GAR-ten
GAR-age
GAR-nieren
GAR-çon
GAR-de
GAR-de-robe
GAR-a-mond
GAR-be
GAR-dine
GAR-n
GAR-nele
GAR-rotte
GAR-stig

GAR-nixmehr

GAR-ant
GAR-bage

Interessant, dass da soviele Wörter aus dem französischen kommen, oder irre ich mich da?

Na ja, Schaben haben halt ihre eigene Etymologie.

"Garen" wird von den Brüdern Grimm zum Adj. "gar" wie "selten" gestellt, und zwar in der Bedeutung: "das Fortschreiten der Entkohlung des Roheisens, das dadurch gar wird. Dies Garen wird aber durch Zusätze, garende Zuschläge befördert, worin denn garen in "gar machen" übertritt." Während "Ger" längst ausgestorben sein dürfte, existiert noch das Subst. dazu "Gehrung" (z.B. beim Bilderrahmen). Wie es zu den Bedeutungen dieser Wörter kommt, lesen Sie bei Grimm bitte selber nach. Ihre Kuchelgermanistik lassen sie am besten am dafür vorgesehenen Ort (einem gut geheizten Backofen?).

"GER" ---"ausgestorben"???? :-)

...und was ist mit "GER-MANY"

...sind eigentlich viele...

Gar-field nicht zu vergessen.

Der ist aber leider nicht mehr da...

...er ist zum Urlaub am GARdasee! GARantiert! Und zwar zusammen mit dem Zauberer GARgamel - der von den Schlümpfen - ehschowissen...

:-)

als kind dachte ich, es heisst den "gar ausmachen". ich hielt gar für ein anderes wort für herd und dachte es heisst den herd ausmachen als synonym für jetzt ist der ofen aus, das licht auslöschen.

woher das wort wirklich kommt, weiss ich leider nicht.

Und wo wir schon dabei sind:

Kann mir mal jemand bitte erklären, warum "Enttäuschung" was Negatives sein soll?

Wenn jemand getäuscht ist und dann ent-täuscht wird, sollte er/sie sich doch freuen, oder?

Passt zwar nicht ganz hier her, aber man darf hoffentlich neugierig sein!

Oder Entlehren

Es müsste doch "Befüllen" heissen.

mfg

Entsetzen ...

... ist diesbezüglich auch problematisch. Ob dies dann Aufstehen oder Niederlegen bedeutet wäre wohl situationsabhängig, oder? ;-)

du taeuscht dich und nimmst etwas positives an. du erkennst die taeuschung und musst nun das schlechtere annehmen/erleben/erkennen. jetzt bist du enttaeuscht. die taeuschung wurde also zu deinem unmittelbaren nachteil beendet.

allgemein gesprochen: lüge ist glück.

Danke! Ich bin nicht allein damit ;-)!!!!

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