Südtirol: Rechts-Kandidat gewinnt ersten Wahlgang in Bozen

10. Mai 2005, 19:19
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Nach Gemeinderatswahl Stichwahlen in vier Kommunen - Benussi macht SVP Angebot für Stichwahlen am 22. Mai

Bozen - Die Südtiroler Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen bringen am 22. Mai Stichwahlen in den vier größten Gemeinden des Landes. In Bozen schaffte der Kandidat der italienischen Rechtsparteien ein überraschend gutes Ergebnis und lag deutlich vor dem von Mitte-Links-Parteien unterstützten amtierenden Bürgermeister Giovanni Salghetti-Drioli. In den übrigen Gemeinden konnte die SVP ihre Vormachtstellung weitgehend behaupten. Über Mandatsgewinne durften sich zum Teil Bürgerlisten freuen.

In Bozen kam Giovanni Benussi auf 42,2 Prozent. Salghetti-Drioli, der von acht Mitte-Links-Gruppen unterstützt wurde, erreichte 34,8 Prozent. Im Jahr 2000 hatte Salghetti-Drioli im 1. Urnengang noch die relative Mehrheit geschafft.

Angebot an SVP

Benussi machte noch vor dem offiziellen Endergebnis der Südtiroler Volkspartei (SVP) ein Angebot für die Stichwahlen am 22. Mai. Er erwarte sich nun "eine Öffnung der SVP". Salghetti-Drioli kritisierte, dass die Rechtsparteien stark polarisiert hätten. Die eigentliche Mehrheit in Bozen gehe nicht als Sieger aus dieser Wahl. Mitverantwortlich für das Ergebnis machte er auch die große Aufsplitterung des Mitte-Links-Lagers in der Landeshauptstadt.

Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) schloss Verhandlungen mit Benussi aus. Der nächste Bürgermeister in der Landeshauptstadt werde wieder Salghetti-Drioli heißen, zeigte sich Durnwalder überzeugt. Der Spitzenkandidat der SVP in Bozen, SVP-Obmann Elmar Pichler Rolle, zeigte sich zurückhaltender und verwies auf Sitzungen seiner Parteigremien in der Landeshauptstadt. Wenn der Landeshauptmann aber Verhandlungen ausschließe, werde dies auch vermutlich das Ergebnis sein, zu dem die Stadtpartei kommen werde. Das Ergebnis in Bozen bezeichnete der SVP-Chef als "mittlere Katastrophe". Die bisherige Koalition kommt dort nur mehr auf 26 der 50 Sitze.

Stichwahlen

In der Kurstadt Meran kommt es zu einem Duell zwischen dem SVP-Kandidaten Günther Januth und dem Kandidaten der Alleanza Nazionale, Mauro Minitti. Januth schaffte im ersten Wahlgang 36,8 Prozent der Stimmen, Minitti 14,2 Prozent.

In Brixen kommt es bei der Bürgermeisterstichwahl am 22. Mai zu einem Duell zwischen der SVP-Kandidat Albert Pürgstaller und dem Grünen Hans Heiss. In Leifers hat im ersten Wahlgang der Kandidat der Mitte-Links-Parteien, Giovanni Polonioli 43,5 Prozent erreicht. Sein Gegner ist der unter anderem von Alleanza Nazionale und Forza Italia unterstützte Bruno Armani, der 22,1 Prozent erreichte.

Wahlberechtigt waren rund 380.000 Personen. Die Wahlbeteiligung sank auf 79,1 Prozent (2000: 81,0 Prozent). (APA)

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