Rauch-Kallat plant "Frauenarbeitsgipfel"

9. Mai 2005, 12:57
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Eine Art "Halbe/Halbe"-Aktion zum Muttertag angekündigt - SP-Frauen kritisieren "Alibi-Aktionen"

Wien - Nicht nur jeder Tag ist Frauentag, sondern jeder Tag ist auch Muttertag - meint Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (V). Anlässlich des Muttertages plädiert sie deshalb für mehr partnerschaftliche Aufteilung im Haushalt und bei der Kinderbetreuung. Der Aktion "Halbe/Halbe" einer ihrer Vorgängerinnen, Helga Konrad (S) kann die Ministerin einiges abgewinnen: dies sei eine Aktion gewesen, die viele zum Nachdenken angeregt habe. In ihrem Ressort sei derzeit eine "bewusstseinsbildende Aktion" in Planung - konkreter wurde sie allerdings nicht.

Gegen Begriff "Vaterschutzmonat"

Das Klima in der Gesellschaft und in den Betrieben müsse sich ändern, damit Väter, die in Karenz gehen, nicht als "Weicheier" angesehen werden. Die Tendenz bei der Väterkarenz sei zwar positiv, die Zahlen seien aber nach wie vor "unbefriedigend", räumte die Ministerin ein. Die Idee des "Papa-Monats" sei gut, aber Österreich sei jetzt schon nicht weit hinter dem schwedischen Modell. Rauch-Kallat will den Begriff "Vaterschutzmonat" nicht verwenden, da Väter nicht wie Mütter aus gesundheitlichen Gründen geschützt werden müssten.

Halbe/Halbe

Es müsse zu einer besseren Aufteilung in der Familie kommen, da die Überbelastung von Frauen auch zu Gesundheitsrisiken führe. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt bei Müttern häufig bis zu 80 Stunden, bezog sich die Ministerin auf den aktuellen Frauengesundheitsbericht.

Frauenarbeitsgipfel

Schließlich kündigte die Ministerin noch an, dass es - dem Reformgipfel "Wachstum und Arbeit" vom 1. Mai folgend - vor dem Sommer einen eigenen Frauenarbeitsgipfel mit den Sozialpartnern und Vertretern vom Arbeitsmarktservice (AMS) geben werde.

SP-Frauen kritisieren Rauch-Kallat

Die SPÖ-Frauen ziehen diese Ankündigung in Zweifel. Der angekündigte Frauenarbeitsgipfel werde wie alle anderen Gipfel bisher "zu einer reinen PR-Veranstaltung verkommen", erwartet die Geschäftsführerin der SP-Frauen, Bettina Stadlbauer: nur "Lippenbekenntnisse, leere Versprechen und Alibi-Aktionen" käme von der Regierungsseite, die das Problem der Frauenarbeitslosigkeit weiter negiere.

Statt tatsächlicher Maßnahmen zur partnerschaftlichen Aufteilung der Hausarbeit und der Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen kündige Rauch-Kallat eine "bewusstseinsbildende Aktion" für Halbe/Halbe an, kritisiert Stadlbauer. Sie fordert Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit für alle Eltern, Arbeitsstiftungen und mehr AMS-Mittel für Frauen sowie familienfreundliche Öffnungszeiten der Kindergärten, den Vaterschutzmonat und die bessere Anrechnung der Kindererziehung für die Pension. (APA)

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    Rauch-Kallat plant mit Frauenarbeitsgipfel erneut Alibi-Aktion, so die SPÖ-Frauen.
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