Roter Platz in Moskau

12. Mai 2005, 09:55
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Historischer Ort von Macht-Manifestationen

Moskau - Der Rote Platz in Moskau ist seit Jahrhunderten Bühne großartiger und tragischer Ereignisse in der Geschichte Russlands. Der kühlen Schönheit des in der Landessprache Krasnaja Ploschtschad genannten Platzes kann sich kaum jemand entziehen. Im Altrussischen bedeutete das Wort "krasnaja" sowohl rot wie auch schön. Alle Bauten auf dem Roten Platz harmonieren miteinander, auch wenn sie aus verschiedenen Epochen stammen.

So spiegelt sich die rote Kremlmauer mit ihren Türmen aus dem 17. Jahrhundert in der langen Fassade der Handelsreihen (1884-1894), dem heutigen Warenhaus GUM. Das Historische Museum (1875-1881) mit altrussischen Stilelementen antwortet auf die Silhouette des berühmtesten Baus auf dem Platz: der Basilius-Kathedrale.

Zar Iwan IV., genannt "der Schreckliche", ließ die Kirche nach 1552 bauen. Die wild gemusterten Kuppeln verkörpern für westliche Besucher alles, was an Russland orientalisch erscheint. Dabei ist der Grundriss strikt geometrisch, in der Form eines doppelten Kreuzes.

Der Rote Platz auf einem Hügel am Fluss Moskwa ist 400 Meter lang und 150 Meter breit, was einer Fläche von etwa zehn Fußballfeldern entspricht. Bis 1917 war der Platz das wichtigste Handelszentrum Moskaus: Hier wurden Zarenerlasse verkündet; hier traf sich das Volk.

Nach der Oktoberrevolution machte die Sowjetmacht den "Schönen Platz" zum Aufmarschplatz für Paraden. Sie schuf sich mit dem Mausoleum für Staatsgründer Lenin (1870-1924) ihr eigenes Heiligtum. Erst in der Gedankenverbindung mit dem Rot der Kommunisten setzte sich im 20. Jahrhundert der Name Roter Platz durch. (APA/dpa)

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