Gegenregierung will nicht für Anschläge verantwortlich sein

24. Mai 2005, 11:56
posten

Demokratiebewegung NCGUB hält Provokation seitens der Junta für möglich

Rangun - Die von der burmesischen Demokratiebewegung gebildete Gegenregierung hat die Vorwürfe des Militärregimes zurückgewiesen, sie wäre für die verheerenden Bombenanschläge in der Hauptstadt Rangun vom Samstag verantwortlich. Ein Sprecher der "Nationalen Koalitionsregierung der Burmesischen Union" (NCGUB) erklärte am Sonntag: "Wir führen einen gewaltlosen Kampf für die Demokratie, wir weisen kategorisch die Vorwürfe zurück und verurteilen diese Anschläge, wer auch immer dahinter steckt".

Das staatliche Fernsehen hatte Rebellen und politische Exilgruppen für die Bombenanschläge verantwortlich gemacht, bei denen nach offiziellen Angaben elf Menschen getötet und 162 weitere verletzt wurden. Die Sprengsätze detonierten innerhalb einer halben Stunde in einem Einkaufszentrum, einem Kaufhaus und einem Messezentrum. Augenzeugen hatten von Dutzenden von Toten gesprochen.

Der NCGUB-Sprecher wollte nicht ausschließen, dass die Diktatur von General Than Shwe die Bombenexplosionen bewerkstelligt haben könnte, um der Demokratiebewegung die Schuld zu geben. Die NCGUB war 1990 nach dem Wahlsieg der Nationalen Liga für Demokratie von Aung San Suu Kyi und der Weigerung der Junta, die Macht an die Wahlsieger zu übergeben, in der ostburmesischen Stadt Manerplaw, nahe der thailändischen Grenze, gebildet worden. Manerplaw wurde 1995 von Truppen der Junta eingenommen, daraufhin ging die Gegenregierung in den Untergrund bzw. ins Exil.

Der Vielvölkerstaat Burma (Myanmar), in dem verschiedene ethnische Rebellenarmeen seit Jahrzehnten gegen die Zentralregierung kämpfen, steht seit 1962 fast ununterbrochen unter Militärherrschaft. Die Nationale Liga für Demokratie (NLD) hatte Wahlen im Jahr 1990 mit Vierfünftelmehrheit gewonnen, doch wurde sie von der Militärdiktatur an der Regierungsübernahme gehindert. (APA/Reuters/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Premier Soe Win besucht Opfer der Anschläge im Spital

Share if you care.