Peinliche Pleite gegen Dänemark

11. Mai 2005, 09:37
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Österreich benötigt ein kleines Wunder und Schützenhilfe, um den Abstieg zu verhindern

Innsbruck - Welch Blamage! Just bei der Heim-WM, just in Innsbruck, just gestern hat Österreichs Eishockeyteam nach 14 Siegen erstmals ein Bewerbsspiel gegen Dänemark verloren. Das 3:4 (3:1, 0:2, 0:1) in Innsbruck tat und tut umso mehr weh, als damit die Relegation schon zuungunsten Österreichs entschieden sein könnte. Das Team liegt mit dem Punkt aus dem 2:2 gegen Deutschland an vierter und letzter Stelle, und Riga, das die WM 2006 veranstaltet, in weiter Ferne. Wie bei der Heim-WM 1996 droht der Abstieg.

Daumen halten für die Deutschen

Nun muss man hoffen, dass die Deutschen heute gegen Slowenien zumindest remisieren und morgen gegen Dänemark gewinnen. Dann reicht ein Sieg am Mittwoch (Innsbruck, 20:15) gegen Slowenien tatsächlich zum Klassenerhalt. Rein rechnerisch noch möglich: Slowenien schlägt Deutschland, Deutschland Dänemark, Österreich schlägt Slowenien und indirekt per Torverhältnis auch Deutschland. Oder Deutschland remisiert zweimal, Österreich schlägt Slowenien, alle vier Teams haben drei Punkte, das Torverhältnis entscheidet.

All das ist schwer vorstellbar angesichts der gestrigen Leistung. Nach der ersten Unachtsamkeit, dem 0:1, das die Österreicher in Überzahl kassierten, hatten sie das Match mit 3:1 nach dem ersten Drittel scheinbar umgedreht. Der dänische Goalie Peter Hirsch kassierte Ei (Philippe Lakos/ 12.) um Ei (Unterluggauer/19.) und ein schönes Tor von Robert Lukas (19.), musste seinem Ersatzmann Michael Madsen Platz machen.

Abwehr patzte

Im zweiten Drittel wirkten die Österreicher zunächst sicher, doch sie taten zu wenig für die Offensive, und in der Abwehr passierten dilettantische Fehler. Folge waren das 2:3 durch Grey (33.) und der Ausgleich durch Green (37.), bei beiden Treffern machte Österreichs Goalie Bernd Brückler keine gute Figur. Nervosität erfasste die gesamte Mannschaft. Die Verteidiger standen sich im Weg, oft liefen drei Österreicher gleichzeitig dem Puck hinterher, und zwei Dänen standen frei.

4000 Fans pfiffen nach dem zweiten Drittel und schwiegen im dritten. Die Dänen, nach dem 3:4 gegen Slowenien unter Siegzwang, waren glücklicher. Nielsen, der bereits das 1:0 erzielt hatte, sorgte im Powerplay für den Endstand (48.). Österreich nahm sich selbst die Chance, zur Schlussoffensive anzusetzen. Zunächst saß Raimund Divis auf der Strafbank, dann wiegte Philippe Lakos, der die Strafminuten-Hitparade der WM anführt, mit einem unklugen Foul die Dänen in Sicherheit. Teamchef Herbert Pöck hatte verabsäumt, ein Time-out zu nehmen und den Spielern Ruhe und einen Plan zu geben.

Kapitän Dieter Kalt wehrte sich hernach. "Lustlos? Das ist Blödsinn! Wir haben alles versucht, es hat nicht gereicht. Wir haben ein Spiel verloren, das wir gewinnen wollten, das wir schon in der Hand hatten. Natürlich werden viele schimpfen, aber wir sind auch nur Menschen." Menschen, von denen Teamchef Pöck sagt, dass sie so lange kämpfen und hoffen werden, "so lange eine Chance besteht". (DER STANDARD Printausgabe 09.05.2005)

Relegation:

in Innsbruck:

  • Österreich - Dänemark 3:4 (3:1 0:2 0:1); Innsbrucker Olympiahalle, 4.000 Zuschauer, SR Minar/Takula/Feola (CZE/SWE/USA)

    Tore: Ph. Lakos (12.), Unterluggauer (19./PP), R. Lukas (19.) bzw. Nielsen (2./SH, 48./PP), Grey (33.), Green (37.). Strafminuten: 12 bzw. 12.

    Österreich: Brückler - A. Lakos, Viveiros; Unterluggauer, Ulrich; Ph. Lakos, R. Lukas; Stewart - Setzinger, Kalt, Welser; Trattnig, Th. Pöck, Ressmann (P. Harand); Ch. Harand, Kaspitz, Peintner; Schuller, Schaden, R. Divis

    Dänemark: Hirsch (19. Madsen) - Andreasen, Damgaard; Schioldan, Dahlmann; Akesson, Möller; Johnsen - Andersen, Green, Kjaergaard; Regin, Nielsen, Hansen; L. Degn, Monberg, K. Degn; Smidt, Grey, True; Dresler

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      Früher Rückstand für das ÖEHV-Team. Nielsen besorgte das 1:0 für Dänemark in der zweiten Spielminute.

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      Mittelfristig sah es jedoch ganz gut aus. Robert Lukas erzielte noch im ersten Drittel das 3:1 für Österreich. Dann legten die Dänen einen Gang zu...

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