Baby-Entführung in Deutschland: Haftbefehl gegen Täterin

11. Mai 2005, 23:03
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39-Jährige gestand Verschleppung von Neugeborener aus Klinik - Pärchen wegen Beihilfe verhaftet

Leverkusen/Köln - Im Fall des in Leverkusen entführten Babys Laureta hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen die mutmaßliche Täterin beantragt. Die 39-Jährige soll am (heutigen) Montag dem Haftrichter vorgeführt werden, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Täter geständig

Gegen ein 18-jähriges Pärchen, bei dem die 39-Jährige das Baby versteckt haben soll, war bereits am Sonntag Haftbefehl ergangen. Sie sind - ebenso wie die 39-Jährige - geständig und werden weiter zu den Tatumständen vernommen, wie die Staatsanwaltschaft Köln weiter mitteilte.

Am Nachmittag wollten Staatsanwaltschaft und Polizei auf einer Pressekonferenz weitere Einzelheiten zu der Tat bekannt geben. Das Mädchen, das am vergangenen Mittwoch aus einem Leverkusener Krankenhaus entführt worden war, war am vergangenen Samstag unversehrt im Fahrstuhl eines Wohn- und Geschäftshaus in Düren gefunden worden. Die Täterin hatte es dort abgelegt - offenbar weil der Druck der öffentlichen Fahndung zu groß geworden war.

Fußabdruck half bei Aufklärung

Mittels eines Fußabdrucks konnte kurzfristig festgestellt werden, dass es sich um die entführte Laureta handelte. Die Auswertung eines DNA-Tests hätte deutlich länger gedauert, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte.

Noch am Samstagnachmittag nahm die Polizei daraufhin die beiden 18-Jährigen fest, die unter dem Verdacht stehen, Beihilfe zur Tat geleistet zu haben. Die 18-Jährige, die hochschwanger ist, hatte in ihrer Umgebung Verdacht erregt, als sie mit einem Neugeborenen gesehen wurde. Sonntag früh wurde dann auch die 39-jährige mutmaßliche Entführerin festgenommen. Der Polizei zufolge hatten Hinweise aus der Bevölkerung die Ermittler zu ihr geführt.

Fünf Stunden nach Geburt verschleppt

Laureta war am Mittwoch nur fünf Stunden nach ihrer Geburt von einer Frau aus der Klinik verschleppt worden. Die 35-jährige Mutter hatte nachmittags mit dem Baby auf ihrem Zimmer gelegen, als gegen 15.00 Uhr eine Frau hereingekommen war, die ähnlich wie das Krankenhauspersonal bekleidet war. Die Unbekannte hatte der Mutter mitgeteilt, dass sie das Kind auf die Station bringe, und war mit dem Säugling verschwunden. Erst als gegen 16.00 Uhr eine Hebamme das kleine Mädchen zu einer Untersuchung hatte abholen wollen, war das Verschwinden des Säuglings festgestellt worden. Die Leitung des Leverkusener Krankenhauses hatte 5.000 Euro für Hinweise auf die Entführerin ausgesetzt. (APA/AP)

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