Peking lehnt Druckausübung auf Nordkorea ab

9. Mai 2005, 16:16
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Abfuhr für Washington - Keine Drosselung der Erdöllieferungen

Washington - Die Volksrepublik China hat nach Informationen der "Washington Post" eine Bitte der US-Regierung zurückgewiesen, über eine Drosselung seiner Erdöllieferungen Druck auf Nordkorea auszuüben. Der US-Unterhändler Christopher Hill habe das Ersuchen am 26. April in Peking vorgetragen, berichtete die Zeitung in ihrer Samstag-Ausgabe unter Berufung auf Regierungskreise in Washington. Die chinesische Regierung habe erklärt, eine derartige Maßnahme würde die Erdölleitungen in das Nachbarland beschädigen, und darauf hingewiesen, dass eine Unterbrechung der Lebensmittellieferungen die größte Wirkung haben würde. China erwäge offenbar, gewisse Exporte nach Nordkorea auszusetzen, hieß es.

Möglicher Besuch

Zu Spekulationen über einen möglichen Besuch des chinesischen Staats- und Parteichefs Hu Jintao in Nordkorea wollte sich das Außenministerium in Peking bisher nicht äußern. Westliche Diplomaten hatten berichtet, dass China der nordkoreanischen Seite einen solchen Besuch in Aussicht gestellt habe, falls Pjöngjang im Gegenzug an den Verhandlungstisch der Sechser-Gespräche unter chinesischer Vermittlung mit den USA, Südkorea, Japan und Russland zurückkehre.

Nordkorea hatte zuletzt vorgeschlagen, die Sechs-Staaten-Gespräche in Verhandlungen über die Reduzierung von Waffen in der ostasiatisch-pazifischen Region umzuwandeln; dazu gehöre auch die nukleare Bedrohung durch die USA. Nordkorea hatte sich am 10. Februar selbst zur Atommacht erklärt und seinen Ausstieg aus den seit rund zwei Jahren laufenden Sechser-Gesprächen verkündet. (APA/Reuters)

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    Unterhändler Christopher Hill holte sich einen Korb in Peking

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