GTI-Treffen brachte neuen Rekord an Strafmandaten

9. Mai 2005, 13:09
34 Postings

Exekutive kassierte fast 100.000 Euro - Auch Zahl der Gerichtsdelikte wieder gestiegen

Klagenfurt/Reifnitz - Das 24. GTI-Treffen in Reifnitz am Wörther See ist zu Ende. In der Ortschaft begannen am Sonntag die Aufräumungsarbeiten nach dem Abzug der Zehntausenden Autofreaks. Die Gendarmerie hat indes bereits eine erste Bilanz gezogen. Rund 150.000 Menschen frequentierten das Veranstaltungsgelände in den vergangenen Tagen, allein an Strafgeldern aus Organmandaten nahmen die Beamten fast 100.000 Euro ein.

Am Samstagabend beschleunigte heftiger Regen die Abreise der GTI-Fans. Bereits tagsüber hatten Tausende ihre Sachen gepackt und sich auf die Autobahnen in Richtung Heimat begeben, entsprechend stark war das Verkehrsaufkommen auf Süd- und Tauernautobahn. Am Abend davor hatte es auch der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (B) nicht nehmen lassen, den Autofans in Reifnitz seine Aufwartung zu machen und die "AutoNews 2005" als Belebung der Vorsaison am Wörther See zu loben.

Belebt wurde der See auch durch die 300 Exekutivbeamten, die so wie Sanitäter und Rettungskräfte in den vergangenen Tagen im Dauereinsatz standen. Gendarmeriemajor Erich Londer zog am Sonntag eine erste Bilanz. Demzufolge ist die Zahl der Anzeigen bei Gericht wieder leicht gestiegen, es wurden 88 Fälle registriert (2004: 82). Der Wert von 2003, als insgesamt 121 Delikte gerichtsanhängig waren, wurde aber bei weitem nicht mehr erreicht. Zentrum der Aktivitäten war das Veranstaltungsgelände in Reifnitz, wo mit 51 weit mehr als die Hälfte aller Straftaten anfiel. 22 davon konnten nach Angaben bereits geklärt werden.

Die Fälle von Körperverletzung gingen gegenüber dem Vorjahr von 17 auf 14 zurück, dafür stieg die Zahl der Sachbeschädigungen abrupt an. Wurden im vergangenen Jahr noch 21 gezählt, waren es diesmal gleich 37.

Es gab auch mehr Verkehrsunfälle, nämlich 41, die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sank von 23 auf 20. Leicht zurückgegangen ist die Zahl der Anzeigen auf Verwaltungsebene, nämlich von 2.714 auf 2.519. Vor zwei Jahren hatte es übrigens "nur" 1.178 gegeben. Knapp 200 Alkotests wurden vorgenommen, 36 Führerscheine wurden eingezogen. Weiter stark steigend ist die Tendenz bei den Strafmandaten. Vor zwei Jahren wurden 2.763 Mandate ausgestellt, im vergangenen Jahr 3.229 und beim diesjährigen GTI-Treffen bereits 3.790. Entsprechend stark gestiegen sind auch die Einnahmen aus diesem Titel, nämlich auf 98.640 Euro, so viel wie noch nie.

Besonders "lustig" fanden fünf junge Männer zwischen 19 und 26 Jahren offenbar eine Aktion, die sie in der Nacht auf Samstag bei einem Kreisverkehr in Keutschach starteten. Sie rissen die Verkehrsschilder aus der Verankerung und legten sie auf die Fahrbahn. Die Burschen aus Wien, dem Burgenland und Kärnten wurden von der Gendarmerie bald geschnappt. Sie stritten zuerst alles ab, dummerweise hatte einer von ihnen aber noch die Videokamera dabei, mit der das Quintett seine gefährliche Aktion auf Film gebannt hatte. Der Videofilm wurde als Beweismittel beschlagnahmt.

Delikte wie jenes, dass unbekannte Täter auf dem Auto eines 51 Jahre alten Wieners herumhüpften, wodurch das Fahrzeug zahlreiche Dellen davontrug, und auch noch den Lack zerkratzten, "fallen schon unter Routine", wie ein Gendarm am Sonntag erklärte. Seine persönliche Bilanz des Events: "Gottseidank sind sie wieder weg." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Gummi, Gummi", Alkohol und eine Menge Anzeigen: ein GTI-Treffen wie eh und je.

Share if you care.