"Die Ruhe vor dem Sturm"

8. Mai 2005, 18:07
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Peter Stöger will mit der Austria die Trendumkehr schaffen - General Manager Polster: "Es gibt Wichtigeres als den Herrn Kronsteiner"

Wien - Am Samstagnachmittag nahmen Peter Stöger und Frenkie Schinkels als neues Betreuer-Duo beim Wiener Traditionsverein FK Austria ihre Tätigkeit auf. Am Sonntag beim 0:0 in Graz saßen die beiden Ex-Teamspieler im Schwarzenegger-Stadion erstmals gemeinsam auf der Betreuerbank.

Gemeinsam schaffen

"Wir werden es miteinander schaffen oder miteinander nicht schaffen. Da gehören wir alle zusammen", meinte Ex-Austria-Regisseur Stöger beim Amtsantritt. "Wir werden versuchen, Ruhe in die Mannschaft zu bringen, aber die Ruhe vor dem Sturm. Das Team kann sich mit Garantie besser präsentieren als zuletzt, dafür gehört alles gemacht - vom Zeugwart bis zum General Manager."

Für den neuen sportlichen Verantwortlichen ("Der Chef werde ich sein") zählt in den kommenden Wochen nur der sportliche Erfolg. "Wir werden uns mit den Trainern und den Schlüsselspielern beraten, um das Beste herauszuholen. Das ist eine ganz normale Sache. Ich habe nicht das alleinige Wissen."

Frenkie Schinkels, der die Trainerlizenz besitzt, wird Stöger künftig zur Seite stehen. "Ich wurde von Stronach von Premiere 'weggepflückt', obwohl ich in der Bundesliga fast bei Mattersburg gelandet wäre. Die Anfrage vom Peter, ob ich mit ihm ins Boot steige, war natürlich eine Ehre. Wir müssen den Spielern wieder den Glauben geben, denn sie wurden schon totgesagt. Aber ein Toter bewegt sich nicht und ich habe einige laufen gesehen."

Längerfristige Lösung

Auf der Betreuerebene herrscht also zumindest vorübergehend (Manager Markus Kraetschmer: "Das soll keine kurzfristige, sondern eine längerfristige Lösung sein") Klarheit. Doch auf Funktionärs-Ebene hat sich nichts geändert. Magna-"Sprachrohr" und Austria-Vizepräsident Andreas Rudas war wegen einer Übersee-Reise für keine Stellungnahme erreichbar, Mäzen Frank Stronach weilt ohnehin schon länger in Amerika.

Deshalb geht in Wien der Kompetenzstreit zwischen Günter Kronsteiner und Toni Polster munter weiter. Kronsteiner wurde erneut zum Sportdirektor befördert, dafür musste (Sparten-)Trainer Lars Söndergaard seinen Sessel räumen. General Manager Polster meinte dazu am Samstag gegenüber der APA: "Ich will zu Kronsteiner keinen Kommentar mehr abgeben. Es gibt Wichtigeres als den Herrn Kronsteiner." Dafür bestätigte der ehemalige Torjäger, dass er seine Zukunft weiter in Favoriten sieht und eine Rückkehr nach Deutschland kein Thema sei: "Meine Familie kommt im Sommer nach Wien. Dann sind wir wieder zusammen." (APA)

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    Peter Stöger

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