Samstag: Trulli holt Zwischen-Pole

16. Mai 2005, 11:01
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Der Toyota-Pilot schlägt Alonso um einen Wimpernschlag - Raikkönen mit Fehler im Tausendstel-Krimi auf Rang drei

Lokalmatador Fernando Alonso hat am Samstag im ersten Qualifying für seinen Formel-1-Heim-Grand-Prix in Montmelo bei Barcelona Jarno Trulli den Vortritt lassen müssen. Der italienische Toyota-Pilot drehte auf dem "Circuit de Catalunya" in 1:14,795 Minuten die schnellste Runde und greift am Sonntag im zweiten Teil des Qualifyings nach der ersten Pole Position für Toyota. Das Qualifying entwickelt sich jedoch zu einem Tausendstelkrimi, denn die Top-4 sind zur Halbzeit nur durch 75 Tausendstel getrennt, die Top-10 befinden sich innerhalb einer Sekunde!

Unglaublich knappe Abstände

Im Windschatten des 30-jährigen Trulli folgen WM-Leader Alonso (0,016), der die vergangenen drei Rennen gewonnen hat, der Finne Kimi Räikkönen (0,024) und der Deutsche Ralf Schumacher (0,075). Weltmeister Michael Schumacher (Ferrari), der seit 2001 in Barcelona ungeschlagen ist und vor zwei Wochen in Imola Alonso schwer zugesetzt hatte, kam über Rang sieben nicht hinaus und hatte bereits 0,603 Sekunden Rückstand. Das Red-Bull-Duo David Coulthard (GBR) und Vitantonio Liuzzi belegte die Plätze zehn und 13, der von einer Grippe geschwächte Kärntner Patrick Friesacher kam nicht über den 18. und letzten Platz hinaus.

Trulli, aktuell WM-Zweiter, war von seiner Bestzeit nach sauberer Runde überrascht: "Ich hatte den ganzen Tag Probleme mit dem Auto." Alonso, der am Renn-Wochenende von zehntausenden Landsmännern euphorisch gefeiert wird, freute sich über die tolle Atmosphäre: "Das war etwas ganz besonderes für mich, vielleicht sogar die schönste Formel-1-Runde meiner bisherigen Karriere", Der Spanier, der im Freien Training mit Motorproblemen zu kämpfen hatte, haderte aber auch ein wenig: "Ich habe einige kleine Fehler gemacht, deshalb bin ich überrascht, dass ich unter die ersten Drei gefahren bin."

Schumacher hofft trotz des Rückstandes auf eine Fortsetzung seiner vor zwei Wochen begonnen Aufholjagd auf Alonso: "Das war ganz in Ordnung. Es wird ein schwieriges Unterfangen, ganz nach vorne zu fahren. Aber es liegt im Bereich des Möglichen." Teamkollege Rubens Barrichello (BRA) verliert auf Grund eines Motorenwechseln in der Startaufstellung zehn Plätze.

RBR mit Problemen

Bei Red Bull entschied David Coulthard das interne Duell für sich. Der Schotte findet sich auf dem zehnten Rang wieder, Vitantonio Liuzzi plazierte seinen Boliden auf Rang 13. Trotzdem war DC nach dem Qualifying nicht ganz zufrieden: "Ich war im letzten Sektor meiner schnellen Runde etwas zu vorsichtig, so dass ich denke, dass ich hier eine halbe Sekunde verschenkt habe." Vitantonio Liuzzi hingegen haderte mit seinen Bremsen: "Das Qualifikationstraining lief für mich nicht so gut. Ich hatte ein Problem mit den Bremsen in Kurve zehn. Wir änderten vor dem Training etwas an den Bremsen, was sich offensichtlich nicht auszahlte. Ich verbremste mich etwas in der Haarnadel, trotzdem war das Auto insgesamt nicht so schlecht."

Ein Grippe geschwächter Patrick Friesacher war mit seinem Minardi wieder einmal chancenlos. Nach seinem Ausfall in Imola musste der Kärntner sehr früh auf die Piste, womit auch Teamkollege Christijan Albers außer Reichweite lag und nur der letzte Platz herausschaute. (red)

Samstag-Ergebnisse vom ersten Qualifying für den Formel 1-GP in Montmelo bei Barcelona:

  1. Jarno Trulli (ITA) Toyota                  1:14,795 Minuten
   (Schnitt: 222,613 km/h)
  2. Fernando Alonso (ESP) Renault              1:14,811
  3. Kimi Räikkönen (FIN) McLaren-Mercedes      1:14,819
  4. Ralf Schumacher (GER) Toyota               1:14,870
  5. Nick Heidfeld (GER) Williams-BMW           1:15,038
  6. Mark Webber (AUS) Williams-BMW             1:15,042
  7. Michael Schumacher (GER) Ferrari           1:15,398
  8. Giancarlo Fisichella (ITA) Renault         1:15,601
  9. Rubens Barrichello (BRA) Ferrari           1:15,746
 10. David Coulthard (GBR) Red Bull Racing      1:15,795
 11. Felipe Massa (BRA) Sauber-Petronas         1:15,863
 12. Juan Pablo Montoya (COL) McLaren-Mercedes  1:15,902
 13. Vitantonio Liuzzi (ITA) Red Bull Racing    1:16,288
 14. Jacques Villeneuve (CAN) Sauber-Petronas   1:16,794
 15. Narain Karthikeyan (IND) Jordan            1:18,557
 16. Tiago Monteiro (POR) Jordan                1:19,040
 17. Christijan Albers (NED) Minardi            1:19,563
 18. Patrick Friesacher (AUT) Minardi           1:20,306
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    Jarno Trulli war am Samstag in Montmelo am schnellsten.

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