Weimarer Klassik

8. Mai 2005, 18:00
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Residenzstadt war um 1800 Zentrum der deutschen und europäischen Kultur

Weimar - Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Christoph Martin Wieland und Johann Gottfried Herder machten die bescheidene Residenzstadt Weimar um 1800 zu einem Zentrum der deutschen und europäischen Kultur. In ihrer einstigen Ausstrahlung und Bedeutung wird sie mit den klassischen Zentren Athen und Rom verglichen. In der Thüringer Kleinstadt fanden die Dichter bei Herzogin Anna Amalia und ihrem Sohn Großherzog Carl August die Weltoffenheit und das Kunstverständnis, die sie für ihre bahnbrechenden Arbeiten brauchten. Die Klassik mit ihren humanistischen Idealen ist bis heute Weimars weltweites Aushängeschild.

Für die enorme Bedeutung jener Zeit spricht die Aufnahme von Dichter-Wohnhäusern, Herderkirche, Herzogin Anna Amalia Bibliothek und die Parks Belvedere und Tiefurt in das UNESCO-Weltkulturerbe. Der handschriftliche Nachlass von Goethe, darunter die Reinschrift von "Faust II", wurde in das "Gedächtnis der Menschheit" aufgenommen. Er zählt damit zu den etwa 100 Objekten weltweit, die die UNESCO als herausragendes dokumentarisches Erbe der Menschheit besser schützen will. Die Stiftung Weimarer Klassik betreut heute 26 Museen und Einrichtungen, darunter Schillers Wohnhaus in Weimar, die Fürstengruft mit den Särgen Goethes und Schillers und die Schiller-Gedenkstätte Bauerbach bei Meiningen. (APA/dpa)

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