Jeden Tag Physik

7. Mai 2005, 11:00
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13. Mai: Curie an Sorbonne

Am 13. Mai vor 99 Jahren lehrte Marie Curie als erste Frau an der französischen Universität Sorbonne - als Nachfolgerin ihres Ehemannes, der kurz zuvor verstarb. Die am 7. November 1867 in Warschau als Maraya Sklodowska geborene Hochbegabte schließt bereits mit 16 Jahren das Gymnasium mit Auszeichnung ab. Da in Polen zu dieser Zeit Frauen noch nicht an der Universität zugelassen sind, geht sie nach Frankreich, um an der Sorbonne Mathematik und Physik zu studieren. Dort erhält sie den Namen Marie. 1894 lernt sie Pierre Curie kennen. Ein Jahr später heiraten die beiden.

Nach vier Jahren intensiver Forschung gelingt es ihr, ein bis dahin unbekanntes Element zu isolieren: das Radium. Sie bekommt dafür am 10. Dezember 1903 als erste Frau den Nobelpreis für Physik. Am 19. April 1906 kommt ihr Ehemann bei einem Straßenbahnunfall ums Leben. Ab 13. Mai führt sie die Vorlesungen ihres Mannes an der Pariser Universität weiter. Damit ist Curie die erste Frau, die an der Sorbonne lehrt.

1914 beginnt der Erste Weltkrieg. Marie Curie entwickelt eine mobile Röntgenstation, die es Ärzten erleichtert, verwundete Soldaten zu behandeln. Sie steuert selbst einen dieser Röntgenwagen und ist ständig an der Front unterwegs. Am 4. Juli 1934 stirbt Marie Curie in Sancellemoz an Leukämie: eine Folge ihrer langjährigen Kontakte mit hoch dosierten radioaktiven Elementen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7./8. 5. 2005)

Für das Weltjahr der Physik erarbeiteten heimische Schulen (hier: BRG Linz, Hamerlingstraße) mit der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft, gefördert vom Wissenschafts­ministerium, einen Physikkalender: Dort findet sich zu jedem Tag im Jahr ein für die Physik bedeutendes Ereignis. Das ALBUM öffnet für jede Woche ein ausgewähltes Kalenderfenster.
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