Das Eiszeitrelikt Tannermoor

    7. Mai 2005, 10:14
    3 Postings

    Höchst interessant, aber wenig publiziert: Eine Hochmoor-Runde im östlichen Mühlviertel

    Etwa zehntausend Jahre hat es gebraucht, um das Tannermoor im östlichen Mühlviertel bei Liebenau entstehen zu lassen. Dieses rund 120 Hektar große Gebiet ist natürlich längst unter Schutz gestellt und durch einen höchst interessanten Rundweg bestens erschlossen. In der Wanderliteratur findet man nur selten einen Hinweis auf diese Kostbarkeit, obgleich es jeden Vergleich mit anderen österreichischen Hochmooren bestehen kann.

    Die mit Knüppeln oder Holzspänen gesicherten Wege sollte man nicht verlassen, will man nicht in einem der vielen verborgenen Tümpel stecken bleiben; zu sehen gibt es trotzdem viel. Man hat sogar einen Aussichtsturm errichtet, der einen guten Überblick bietet.

    Seltene Pflanzen

    Dem botanisch Interessierten fallen natürlich der Sonnentau - eine der wenigen Fleisch fressenden Pflanzen Österreichs -, der Sumpfporst oder die Moosbeere auf. Bei der Wollgrasblüte erwecken die freien Flächen den Eindruck einer schneebedeckten Landschaft.

    Die Lehrmillermauern dürfen zwar nur von Berechtigten erklettert werden, die felsigen Kuppen lassen sich aber auch leicht ersteigen und bieten ebenfalls Aussicht über das Hochmoor.

    Der am Beginn der Runde liegende Rubenteich verdankt sein Entstehen dem Menschen: Er wurde einst als Schwemmteich angelegt, um genug Wasser für die Holztrift in Richtung Donau zu haben. Auch der Schwemmbach, der seinen Ausgang beim Rubenteich nimmt und in der heißen Jahreszeit als Badegewässer sehr geschätzt ist, weist darauf hin. Allerdings liegt das Gebiet sehr hoch - das nahe Liebenau gilt als höchstgelegener Ort Oberösterreichs -, die Zahl der Badetage hält sich daher in Grenzen.

    Einfach und bequem

    Die Runde durch das Tannermoor ist gut beschildert und markiert, und beim Ausgangspunkt befindet sich eine Jausenstation, die mitunter an Wochenenden und Feiertagen ihre Pforten öffnet. Schwierigkeiten hat man auf dieser Tour nicht zu gewärtigen, und auch die zu bewältigenden Höhenunterschiede halten sich in bescheidenen Grenzen. Es empfiehlt sich aber die Mitnahme eines Feldstechers und eines Pflanzenbestimmungsbuches.

    Die Route: Von der Jausenstation geht es zuerst zum östlichen Ufer des Rubenteiches, dann folgt man dem grün markierten Weg, der durch Wald an den Rand des Hochmoores führt. Man passiert Bestände von Spirken und erreicht schließlich den kleinen, aber sehr wichtigen Aussichtsturm. Weiter geht's zu den Lehrmillermauern, dann wechselt man auf die rote Weitwandermarkierung, die auf einem Rücken über dem Moor zurück an den Ausgangspunkt geleitet.

    Von Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit rund zwei Stunden, Höhenunterschied rund 50 m. Jausenstation beim Ausgangspunkt der Runde. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 18 (Weitra) und 35 (Königswiesen)
    • Artikelbild
      grafik: der standard
    Share if you care.