Gedenkfeier als Bürgerfest gegen Rechtsextremismus

8. Mai 2005, 15:47
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In Berlin soll die NPD beim Kriegsgedenken ausgebremst werden

In ganz Deutschland wird am Sonntag des Kriegsendes vor 60 Jahren gedacht. Die zentrale Feier in der Hauptstadt soll auch eine Demonstration gegen Rechtsextremismus sein. Denn auch die NPD will aufmarschieren. Am Sonntag besucht das politische Berlin erst einen ökumenischen Gottesdienst, danach findet im Bundestag ein Staatsakt statt. Bundespräsident Horst Köhler wird eine Rede halten.

Kanzler Gerhard Schröder hat den 8. Mai schon als "Sieg für Deutschland" und als "Tag der Befreiung" bezeichnet. Innenminister Otto Schily bedankte sich bei den USA: "Ich werde den Amerikanern nie vergessen, dass sie einen sehr wichtigen Beitrag geleistet haben, um Europa von Faschismus und Nationalsozialismus zu befreien."

Am Nachmittag nehmen die Abgeordneten am Brandenburger Tor am "Tag der Demokratie" teil. Zu diesem Bürgerfest hat ein breites Bündnis von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen aufgerufen. Ihr Ziel: Von Berlin aus sollen freundliche Bilder vom Gedenken um die Welt gehen. Ursprünglich hatte die Jugendorganisation der rechtsextremen NPD für den 8. Mai einen Marsch zum Brandenburger Tor angemeldet. Das Motto der NPD-Veranstaltung: "60 Jahre Befreiungslüge - Schluss mit dem Schuldkult" (siehe NPD-Kundgebung am Holocaust-Mahnmal verboten).

Mit einer Sitzblockade wollen die Globalisierungsgegner von "Attac" den Marsch der NPD verhindern. Die Polizei hat sich auf Krawalle eingestellt. Ein Zeichen gegen Krieg und Rassismus will der Berliner Pfarrer Peter Kranz schon am Samstagabend mit einer Lichterkette setzen. Er hofft, dass 50.000 Teilnehmer auf einer Strecke von 33 Kilometern Kerzen entzünden. (DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.5.2005/red))

Birgit Baumann aus Berlin
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