Zwei ETA-Mitglieder zu je 2775 Jahren Haft verurteilt

10. Mai 2005, 21:27
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Angeklagte für schuldig befunden, einen Bombenanschlag auf Madrider Bahnhof zu Weihnachten 2003 geplant zu haben

Madrid - Die spanische Justiz hat zwei Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA zu je 2775 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Gericht befand die beiden Angeklagten am Freitag für schuldig, für Weihnachten 2003 einen Bombenanschlag auf den Bahnhof Chamartin in der spanischen Hauptstadt Madrid geplant zu haben. Sie gehörten einer bewaffneten Organisation an, hätten unerlaubterweise Schusswaffen besessen und seien des versuchten Mordes in 184 Fällen schuldig - so viele Menschen befanden sich in dem Zug, gegen den sich der Anschlag gerichtet habe.

Die Attentäter hätten vorgehabt, am Nachmittag des 24. Dezember eine 28 Kilogramm schwere Kofferbombe zu zünden; dem Plan zufolge hätten die Fahrgäste den Zug zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. "Der Sprengsatz hätte aber jederzeit explodieren können", wenn jemand ein Gepäckstück auf dem Koffer abgestellt hätte oder einfach durch die Bewegung des Zuges", hieß es im Urteil. "Wenn es eine Explosion gegeben hätte, (...) hätten viele Menschen sterben können." Gemäß spanischem Recht dürfen Verurteilte nicht länger als 30 Jahre inhaftiert werden.

Die ETA kämpft seit fast vier Jahrzehnten für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Bei Anschlägen wurden seitdem mehr als 800 Menschen getötet. (APA)

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    Garicoitz Arruarte Santa Cruz (L) and Gorka Loran Lafourcade (R) wurden zu je 2775 Jahren Haft verurteilt

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