Klangspuren wollen "neue Welten eröffnen"

6. Mai 2005, 14:52
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Tiroler Festival der Gegenwartsmusik präsentiert sein heuriges Programm

Innsbruck - Tirols renommiertes Festival der Gegenwartsmusik versammelt in der Unterinntaler "Silberstadt" Schwaz vom 9. bis 25. September wieder internationale, österreichische und Tiroler Komponisten und Interpreten zu Ur- und Erstaufführungen. Bei der Programmpräsentation am Freitag in Schwaz wurden drei Sonderkonzerte angekündigt. Den Besuchern sollen "neue Welten" eröffnet werden, hieß es.

Schon am 3. Juli mischt man bei der Tiroler Landesausstellung in Galtür mit, wo die Bundesheer-Militärmusik, die Stadtmusik Landeck-Perjen und die Swarovski-Musik Wattens mit der Schlagwerkgruppe The Next Step die große Freiluftmusik "Ritual" von Georg Friedrich Haas uraufführen. Außergewöhnlich ist auch das Probenkonzert zum prominenten Lucerne Festival, das am 18. August das Ensemble Modern Orchestra unter Markus Stenz mit der "Alpensinfonie" von Richard Strauss in Jenbach gibt. Als drittes Event außer der Reihe wird für 5. November in Margreid /Südtirol als "Hommage an Platon" ein Symposion mit sieben Stunden Wein und Musik angekündigt, bei dem das Klangforum Wien Spitzenwerke der Moderne aufführt.

Eröffnung am 9. September

Das eigentliche Klangspuren-Festival wird am 9. September in Schwaz wieder vom Tiroler Symphonieorchester Innsbruck unter Olari Elts eröffnet. Länder-Schwerpunkte sind heuer Polen und Lettland, deren zeitgenössische Musiksituation anhand der Werke von Tadeusz Wielecki, Joanna Wozny, Ewa Trebacz, Cezary Duchnowski, Eriks Esenvalds, Maija Einfelde, Gundega Smite und anderen der Erforschung harrt. Österreich tritt vorwiegend mit den Komponisten G.F. Haas und Helmut Lachenmann in Erscheinung; Letzterer feiert seinen Siebziger. Dazu stehen Gitarre und Gesang, in Lettland enorm gepflegt, bei den Programmen hoch im Kurs.

Auch der 80.Geburtstag von Pierre Boulez geht nicht spurlos vorüber: Sein Gesamtklavierwerk spielen Pierre-Laurent Aimard und Tamara Stefanovich. Tiroler Komponisten einzubinden, war immer schon ein Programmprinzip: So kommen u.a. Johannes Maria Staud, Christof Dienz, Thomas Amann, Bernhard Gander, Wolfgang Mitterer sowie posthum Haimo Wisser und Bert Breit zu (Ur)-Aufführungsehren. Dafür setzen sich bekannte Gitarristen wie Gunter Schneider und Barbara Romen, Michael und Martin Öttl ein, die Schlagwerker The Next Step, das exzellente deutsche Ensemble Modern, die Neuen Vokalsolisten Stuttgart, das berühmte Arditti Quartet, der legendäre Lettische Radiochor, das Quintett Rigas Kamermuziki und andere famose internationale Künstler. Mehrfach tritt - wohl im Hinblick auf den Sponsor - die Swarovski Musik auf, ebenso hört man das Klangspuren-Bläserensemble "Windkraft Tirol" unter Kasper de Roo.

Rahmenprogramm

Was das Schwazer Festival sonst noch zu bieten hat: die neue, sehr informative Zeitung "Spuren", ferner die 2003 gegründete Internationale Ensemble-Modern-Akademie mit Meisterkursen in Schwaz, ein Lehrlingsprojekt, bei dem die "Klänge der Arbeit" gehört und "komponiert" werden, zu vernehmen am 16. September im Treibhaus Innsbruck; das reiche Kinderprogramm "Klangspuren barfuß" und jede Menge "Zugaben", wie Probenbesuche, eine Floßfahrt auf dem Inn, eine Sinneswanderung, Pilzsuche auf den Spuren von John Cage, Hörspaziergänge und die sehr zu goutierende "Schnapsidee" des für die Konzertpausen eigens gebrannten "Klangspureler"-Schnapses. (APA)

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