Bürokratische Hürde für britische Privatflüge ins All

8. Mai 2005, 13:00
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Virgin-Boss Richard Branson träumt von serienreifem SpaceShipOne - US-Exportgesetze verbieten jedoch Technologietransfer von "potenziellen militärischen Anwendungen"

London/Washington - Ginge es nach den Plänen von Virgin-Boss Richard Branson, hätte das SpaceShipOne schon einen großen Schritt in Richtung Serienreife getan, um 2007 mit Passagieren zu fliegen. Nun machen die US-Behörden aber offensichtlich Druck und stören das Vorhaben. US-Exportgesetze verbieten nämlich den Technologietransfer von "potenziellen militärischen Anwendungen" - und das Raketenflugzeug fällt offensichtlich darunter.

Der Designer des SpaceShipOne, der US-Amerikaner Burt Rutan, und der britische Unternehmer Branson hatten ihre Kooperation erst Anfang des Jahres verkündet. Obwohl die Briten und die Amerikaner einander freundschaftlich gesinnt gegenüberstehen, will die US-Regierung nach einer Anhörung von Rutan im Kongress weder den Export des Raumschiffes per se noch die dahinter liegende Technologie gestatten. Seit mehr als fünf Monaten gehen die Wogen zwischen den beiden Staaten hoch.

Wenn die Wogen nicht bald geglättet sind, wird sich der Erstflug des Virgin Galactic Spaceliners aber kaum vor 2008 oder 2009 machen lassen. Dabei gibt es weder technische noch finanzielle Probleme, wie BBC feststellt. Offensichtlich gibt es aber auch noch eine weitere US-Regierungsbehörde, die der Flugpionier Rutan heftig kritisiert: Das Federal Aviation Administrations Office of Commercial Space Transportation hat die beiden Flüge des Spaceship, das den "X-Prize" damit gewonnen hat, nicht zur Kenntnis genommen. Das hat dem Unternehmen Rutans finanziell fast das Leben gekostet. Der Flugpionier will dennoch an dem Projekt festhalten.(pte)

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    Richard Branson ist stets für einen PR-Gag zu haben

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