Trainer-Entscheidung noch heute

6. Mai 2005, 17:22
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Austria Wien auf dem Boden, General Manager Polster: "Ein trauriger, schwarzer Tag" - Kritik seitens des GAK: "Wo soll das hinführen?"

Wien - In nicht einmal einem Monat vom sportlichen Himmel in die sportliche Hölle - Anfang April noch euphorisch als Österreichs Europacup-Fighter gefeiert, liegt die Wiener Austria Anfang Mai auf dem Boden. Zu den internen Streitereien und schwachen sportlichen Leistungen gesellte sich am Donnerstag der handfeste Abbruch-Skandal hinzu. General Manager Toni Polster kündigte für Freitagnachmittag eine Entscheidung in der Trainerfrage an.

Gratulation an den GAK

Nach einer schlaflosen Nacht von Donnerstag auf Freitag meinte Polster zu den Donnerstag-Ereignissen: "Ein trauriger, schwarzer Tag. Ich kann mich nur für die Vorkommnisse entschuldigen und dem GAK gratulieren." Nach dem Spiel sei vereinsintern jede Menge passiert: "Wir haben viel geredet und getagt. Wir haben uns die Köpfe zerbrochen."

Zum Thema Meisterschaft meinte der ÖFB-Rekordteamtorschütze: "Es wäre vermessen, nach so einem Spiel vom Meistertitel zu sprechen. Es gibt aber auch noch andere Ziele als den Cupsieg."

Kronsteiner: "Tiefe Gräben"

Der offensichtlich angeschlagene Sportmanager Günter Kronsteiner erklärte zum Austria-Zustand: "Es gibt teilweise tiefe Gräben. Wir haben nicht diese Einigkeit wie zum Beispiel der GAK."

Bitter enttäuscht vom Abbruch war Manager Markus Kraetschmer, der nun im Dauereinsatz ist und wie immer ganz Gentleman blieb: "Ich möchte mich in aller Form beim GAK, den TV-Zuschauern und den restlichen Fans entschuldigen. Das war einer Meisterschaftsentscheidung unwürdig."

Wiederholungstäter

Besonders bitter: Die Austria ist Wiederholungstäter, bereits 2003 im Heimspiel gegen Bregenz hatte es einen Platzsturm gegeben. "Wir haben damals alle Maßnahmen ergriffen, wurden aber anscheinend eines Besseren belehrt. Wir müssen uns noch einmal hinsetzen und versuchen, dass so etwas nicht mehr passiert", so der Manager, der den engen Kontakt zu Ordnern, Polizei und hochrangigen Vertretern des Innenministeriums betonte. "Offensichtlich kann man aber so etwas nicht ausschließen."

Kraetschmer und sein Team werden nun das Bild-Material (Premiere, ATVplus, stadioninterne Videoüberwachung) sichten, am Montag bei der Sitzung des Bundesliga-Senats wird von Austria-Seite neben Kraetschmer u.a. auch Dietmar Kurzawa (Marketing) anwesend sein.

Zu klären gilt es derzeit für die Austria auch, wie man im Falle einer Platzsperre bzw. Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Abos und Vorverkauf-Karten verfährt. Sollte am Montag von der Liga eine Platzsperre fürs Horr-Stadion ausgesprochen werden, würde das Mittwoch-Heimspiel gegen Pasching wohl zu einem echten Problemfall werden. "Das wäre logistisch wohl nicht möglich", betont Kraetschmer.

Kritik vom GAK

Zum Skandal im Horr-Stadion äußerten sich die GAK-Akteure nachdenklich und kritisch. Vor allem Manager Hannes Weninger kritisierte die Vorfälle hart. "Wir können uns über die taktische Meisterleistung gar nicht richtig freuen", betonte der frühere Tormann, der die Problematik nicht nur bei der Austria sieht.

"Wo soll das hinführen? Irgendwann werden sie einen umbringen. Die Fans sollen zu ihrem Verein halten, aber so etwas hat keinen Sinn. Der Sport muss im Vordergrund stehen. Da muss man ja Angst haben, warum sollen Familien nach solchen Bildern ins Fußball-Stadion kommen", meinte Weninger, der auch negative Folgen für die Heim-EM 2008 nicht ausschließt.

Kollmann: "Lachnummer Europas"

"Dieser Abbruch schadet dem österreichischen Fußball", lautete auch der Kommentar von Roth. Und Matchwinner Roland Kollmann erklärte: "Mit solchen Aktionen machen wir uns zur Lachnummer Europas. Im Winter haben wir keine geheizten Plätze, dann gibt es einen Platzsturm. Das schadet alles dem österreichischen Fußball."(APA)

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    Auch Polster konnte die Fans nicht beruhigen.

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