Worüber sang Michael Stipe in "The Sidewinder Sleeps Tonite"?

6. Mai 2005, 13:40
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"Inside Out" - R.E.M.- Songs und ihre Geschichten in neuem Buch

Viele Amerikaner sitzen gerne vor dem Fernseher und sehen Baseball. Nur wenige aber spielen dabei wie R.E.M.-Musiker Peter Buck auf der Mandoline und schreiben einen Welthit. "Losing My Religion", bis heute wohl bekanntester Song der Band aus dem Süden der USA, soll so quasi nebenbei entstanden sein. Diese und viele weitere Geschichten erzählt Craig Rosens Buch "R.E.M. - Inside Out", das jetzt im Rockbuch Verlag in Schlüchtern (Hessen) erschienen ist.

Der 208-seitige und farbig bebilderte Titel ist nach Angaben des Verlags der erste, der die Geschichte jedes einzelnen R.E.M.-Songs erzählt - vom 1981 aufgenommenen "Radio Free Europe" bis zu "Around The Sun", Titelstück des aktuellen Albums der Band. Grundlage sind zahlreiche Interviews, die Rosen zwischen 1985 und 2004 mit den vier Musikern geführt hat, von denen heute noch drei zur Band gehören. Der Autor ist leitender Redakteur beim Musikfachmagazin "Billboard".

Mit "Losing My Religion" trafen sie den Nerv des Publikums

Rosen macht deutlich, dass R.E.M. oft alles andere als konsequent auf Erfolg gesetzt haben und trotzdem bis heute zu den weltweiten Topsellern gehören. So war neben der Plattenfirma auch die Band selbst überrascht darüber, wie sehr sie mit "Losing My Religion" einen Nerv beim Publikum getroffen hatte. Später wählten die Musiker mehrfach bewusst düstere Stücke wie das mit Patti Smith eingespielte "E-bow The Letter" als Singles aus und ärgerten sich nicht weiter darüber, damit keine allzu großen Hits zu landen.

Rätselhafte Texte: Von "Kenneth" ...

Immer wieder spielen auch die meist rätselhaften Texte von Sänger Michael Stipe eine Rolle. ""Kenneth" singt sich so gut, dass es mir egal ist, wovon der Text handelt", sagte Stipe über die Single "What's The Frequency, Kenneth?". Mit dem Text zum Stück "King Of Comedy" habe Stipe den nicht unbedingt als Komiker bekannten Sänger Leonard Cohen kopieren wollen, verrät Rosen.

... bis "Shiny Happy People"

Erstaunliches bringt er über einen weiteren R.E.M.-Hit zu Tage: Während sich die meisten Fans bis heute darüber einig sind, das fröhliche "Shiny Happy People" könne nur ironisch zu verstehen sein, habe es Michael Stipe als "das glücklichste Lied, das ich je geschrieben habe" bezeichnet. Skurril - und möglicherweise schon wieder eine Relativierung - auch der weitere Kommentar: "Man kann es nicht singen, ohne zu lächeln, weil so viele I-Laute drin sind." (APA)

Craig Rosen
R.E.M. - Inside Out. Die Story zu ihren Songs
Rockbuch Verlag
280 S., 19,80 Euro
  • Artikelbild
    buchcover: verlag buhmann & haeseler
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