Deutsche Post: 6000 Arbeitsplätze in Gefahr

20. Mai 2005, 16:43
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Gerichtlich verordnete Zusammenarbeit mit privaten Briefdiensten könnte tausende Arbeitsplätze kosten

Berlin/Bonn - Die gerichtlich verordnete Zusammenarbeit mit privaten Briefdiensten könnte die Deutsche Post nach Einschätzung von Vorstandschef Klaus Zumwinkel bis zu 6.000 Arbeitsplätze kosten. Denkbar sei ein Umsatzverlust von 200 Millionen Euro. "Übersetzt in Arbeitsplätze sind das 6.000 Stellen, die wir dann über die Zeit abbauen müssen", sagt der Post-Chef der Tageszeitung "Die Welt" (Freitag).

Urteil wird angefochten

Die Deutsche Post muss nach Entscheidungen von Bundeskartellamt und Oberlandesgericht Düsseldorf den Briefversand ein Stück weit für den Wettbewerb freigeben. So dürfen in Deutschland nun private Briefdienste Sendungen einsammeln und vorsortieren, wofür sie von der Deutschen Post bis zu 20 Prozent Rabatt auf das Porto bekommen. Allerdings geht die Post gerichtlich gegen die Urteile vor. "Sollten wir vor Gericht gewinnen, müssen wir die Rabatte zurückfordern", sagte Zumwinkel. Aus dem Briefversand bezieht die Deutsche Post rund zwei Drittel ihres operativen Gewinns.

Für die Zeit nach dem Auslaufen des Briefmonopols Ende 2007 erwartet Zumwinkel keine unmittelbaren Veränderungen der Geschäfte. "Um das einschätzen zu können, kann man sich vielleicht an Ländern wie Schweden orientieren. Da hat sich nach der Marktfreigabe nicht sehr viel verändert", sagte er der Zeitung.

"Mit Volldampf unterwegs"

Dennoch stelle sich die Deutsche Post auf die Zeit nach dem Briefmonopol ein. Dazu wurde etwa der Bereich Transporte weitgehend ausgelagert. Zum anderen will die Deutsche Post Umsatzverluste in Deutschland durch Zuwächse in anderen Ländern kompensieren. "In den Niederlanden oder in Großbritannien haben wir bereits Brieffirmen gekauft oder eigenes Geschäft aufgebaut. Da sind wir mit Volldampf unterwegs", sagte Zumwinkel. (APA/dpa)

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    Deutsche Post-Chef Zumwinkel sieht 6.000 Arbeitsplätze in Gefahr

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