Zentralafrika: Bozize will gewaltsam erlangte Herrschaft legalisieren

15. Mai 2005, 12:37
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Stichwahl in der Zentralafrikanischen Republik

Bangui - Mit der Hoffnung auf die Stabilisierung ihres Landes haben die Bewohner der Zentralafrikanischen Republik am Sonntag in der Stichwahl über ihren nächsten Präsidenten entschieden. Als Favorit galt dabei Francois Bozize, der vor zwei Jahren mit einem Putsch an die Macht gekommen war und der nun mit der Legalisierung seiner Herrschaft rechnen konnte. Schon im ersten Wahlgang am 13. März hatte Bozize 43 Prozent der Stimmen erhalten; sein Gegenkandidat Martin Ziguele kam auf 23 Prozent.

Bozize hatte im März 2003 den demokratisch gewählten Präsidenten Ange-Felix Patasse gestürzt. Dieser lebt nun im Exil in Togo und wurde von einer Beteiligung an der Präsidentenwahl ausgeschlossen. Bozizes Gegenkandidat Ziguele war Patasses Ministerpräsident. Ein Sieg Bozizes wurde auch deshalb erwartet, weil sich drei Kandidaten der ersten Runde für ihn ausgesprochen haben.

Erste Ergebnisse am Montag

Von den 3,6 Millionen Einwohnern waren 1,5 Millionen als Wahlberechtigte registriert. Sie hatten am Sonntag auch über die Besetzung von 85 der 105 Sitze im Parlament zu entscheiden. Teilergebnisse wurden für Montag erwartet, das Endergebnis der Wahl sollte in etwa zehn Tagen feststehen.

Seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960 hat die Zentralafrikanische Republik mindestens neun Militärrevolten und Aufstände erlebt. Anlass war meist der Ärger von Soldaten über geringe Soldzahlungen. Obwohl es in der Zentralafrikanischen Republik reiche Vorkommen an Gold, Diamanten und anderen Rohstoffen gibt, gehört das Land zu den ärmsten der Welt. (APA/AP)

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    Das lange Warten für die Stimmabgabe zum ersten Durchgang der Präsidentschaftwahlen im am 13. März.

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