Frauenring: Arbeitsmarktgipfel frauenlos

6. Mai 2005, 11:46
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Vorsitzende Oberhauser kritisiert, dass die fehlenden Kinderbetreuungseinrichtungen nicht thematisiert wurden

Wien - Der Österreichische Frauenring, nach eigenen Angaben die größte Dachvereinigung österreichischer Frauenorganisationen mit einer Million Mitglieder, hat am Freitag den am 1. Mai abgehaltenen Arbeitsmarktgipfel in der Hofburg kritisiert. Beim Gipfel sei nicht zur Sprache gekommen, dass es noch immer zu wenige Kinderbetreuungseinrichtungen gebe, außerdem seien kaum Frauen zum Gipfel geladen gewesen, hieß es in einer Pressemitteilung.

Frauen seien weiterhin vom Arbeitsmarkt ausgesperrt, daran habe auch der Gipfel nichts geändert, kritisierte die Frauenring-Vorsitzende Sabine Oberhauser. Durch die zu geringe Anzahl von Kinderbetreuungseinrichtungen würden weiterhin Zigtausende Frauen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen bleiben. Zusätzliche Kinderbetreuungseinrichtungen würden aber auch Arbeitsplätze bedeuten.

"Moderne Arbeitssklavinnen zu Hungerlöhnen"

Auch das Thema, dass in Österreich die mobile Pflege nur durch 40.000 illegal Beschäftigte aufrechterhalten werden könne, sei am Gipfel nicht behandelt worden. "Hier werden vor allem ausländische Frauen als moderne Arbeitssklavinnen zu Hungerlöhnen gehalten. Die Möglichkeit der regulären Beschäftigung würde Arbeitsplätze für In- und Ausländerinnen schaffen", so Oberhauser.

Kein Schönreden am Muttertag

Angesichts des bevorstehenden Muttertages appellierte die Frauenringvorsitzende an die Männer, "die süßen Schönreden zu lassen": "Wir Frauen sind zur gemeinsamen Problemlösung bereit. Wegschieben lassen wir uns aber nicht mehr."

Der Österreichische Frauenring vertritt mehr als 40 Frauenorganisationen, u.a. gehören ihm Vertreterinnen der Parteien, der Gewerkschaften und der Wirtschaft, der Katholischen und Evangelischen Kirche und Vertreterinnen autonomer Frauengruppen an. (APA)

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