Nöm sagt Nein zu Danone

20. Mai 2005, 16:43
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Die Molkerei Nöm will selbstständig bleiben und ihre ganze Kraft in das Zustandekommen einer österreichischen Vertriebslösung stecken. Einen Verkauf an Danone schließt man derzeit aus

Wien – Der französische Lebensmittelkonzern Danone, der über seinen Österreich- Geschäftsführer Ian Wilson zuletzt Interesse an Kooperationen, allenfalls auch an einem Einstieg bei der Nöm signalisiert hat, ist beim Hauptaktionär Raiffeisen Holding NÖ-Wien abgeblitzt.

"Ein Einstieg der Franzosen ist reines Wunschdenken", sagte deren Chef Erwin Hameseder im Gespräch mit dem STANDARD. "Wir denken derzeit nicht daran, auch nur eine Aktie zu verkaufen."

"Kein Gespräch mit Danone"

Auch am Hauptsitz der zweitgrößten Molkerei Österreichs in Baden bei Wien weist man den Vorstoß der Franzosen zurück. "Es gab kein Gespräch mit Danone zu diesem Thema und es gibt auch keine Terminvereinbarungen", sagte der Generalbevollmächtigte der Nöm, Gerhard Schützner.

Schon einmal hat Danone bei Nöm den Kürzeren gezogen. 2002 war man sich fast handelseins, dann verkauften die Niederösterreicher die Sperrminorität (25 Prozent und eine Aktie) aber an die italienische Parmalat.

Nach der Insolvenz des italienischen Milchriesen hat Hameseder wiederholt betont, einen neuen strategischen Partner "eventuell ab 2006" ins Boot zu holen, um gemeinsam auf den neuen Märkten im Osten Europas zu expandieren. Daran habe sich nichts geändert, sagte Hameseder am Freitag. "Wenn wir etwas verkaufen, dann allenfalls 2006, die Mehrheit aber sicher nicht. Das schließe ich dezidiert aus."

Die Nöm verwende heuer alle Kraft darauf, eine österreichische Vertriebslösung zustande zu bringen. Diese soll helfen, den österreichischen Bauernmilchpreis abzusichern. "Wir sprechen mit Berglandmilch und hoffen, möglichst viele andere Molkereien mit ins Boot zu bekommen", sagte Hameseder. Bei einer österreichischen Vertriebslösung sei Danone auch nicht dabei.

Parmalat endgültig "gegessen"

Über den Geschäftsverlauf der Nöm im Vorjahr zeigte sich Hameseder zufrieden. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftsstätigkeit sei stabil bei knapp 15 Mio. Euro zu liegen gekommen, der Umsatz sei auf gut 260 Mio. Euro geklettert. Parmalat sei endgültig "gegessen". (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7./8.5.2005)

  • Danone (im Bild die Marke "Dany+Sahne") zog bei der NÖM schon 2002 den Kürzeren.
    bild: danone.at

    Danone (im Bild die Marke "Dany+Sahne") zog bei der NÖM schon 2002 den Kürzeren.

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