Museum der Moderne – Eine erste Bilanz

27. Mai 2005, 13:30
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Seit der Eröffnung am 23.10.2004 erfreut sich das Museum der Moderne auf dem Mönchsberg großer Beliebtheit. Während das Ausstellungsprogramm durchweg positiv aufgenommen wurde, erhielt das Museum bezüglich seiner Architektur gegensätzliche Resonanzen.

Besucher: Anzahl und Herkunft
Im Zeitraum von der Eröffnung bis Ende April dieses Jahres zählte das Museum der Moderne über 125.000 Besucher. Insbesondere die Eröffnungsausstellung „Visionen einer Sammlung“ wirkte auf insgesamt 65.000 Kunstbegeisterte sowie auf die in- und ausländische Presse wie ein Magnet. Laut einer Statistik über die Klientel des Museums kamen weit mehr als die Hälfte der Besucher aus der Stadt und dem Land Salzburg sowie aus näheren Gebieten Deutschlands. Ungefähr ein Drittel stammte aus den anderen österreichischen Bundesländern (v.a. Wien und Oberösterreich) und etwa 10% der Gäste waren ausländische Touristen vorwiegend aus Italien, England, den USA und Japan.

Resonanz auf die Museumsarchitektur
Ausgesprochen viele Besichtigungsanfragen wurden von Architekturschulen aus dem gesamten europäischen Raum an das neueröffnete Museum gerichtet. Wenig verwunderlich, bedenkt man, dass schon seit Planungsbeginn die „Schachtelform“ des Museumsgebäudes äußerst kontrovers diskutiert wurde. Dadurch war es verstärkt in den Blickwinkel der Baukunst-Interessierten gerückt. Auf der einen Seite wurden Stimmen laut, die sich durch die schlichte Architektur, die stilistisch extrem von dem barockgeprägten Umfeld abweicht, regelrecht überfordert und verletzt fühlten. Dem gegenüber stand der Lobgesang derer, die eine Institution der Modernen und des Zeitgeistes in dem eher traditionell bebauten Salzburg sehr begrüßten. Der unter anderem durch den Bau der Münchener Pinakothek der Modernen bekannte Architekt Stephan Braunfels sieht in dem neuen Museum sogar eines der „schönsten Museen der Welt“ und lobt die „große Logik des Architekturkonzeptes“.

Positives Feedback auf das Ausstellungsprogramm
Die Kommentare aus dem Besucherbuch des Museums machen deutlich, dass die Ausstellungsinhalte weitgehend positiv bewertet wurden. Das bestätigen auch Resultate einer Besucherumfrage nach der sich 60% durch den Ausstellungsbesuch in ihrem persönlichen Kunstwissen bereichert fühlten. In 43% der Besucher weckte das Angebot Interesse an einem bestimmten Künstler und rund 70% gaben an, das Museum der Moderne an ihren Bekanntenkreis weiterzuempfehlen. Als besondere Stärke wurde der reichhaltige Sammlungsbestand hervorgehoben, den die Museumsleiterin, Dr. Agnes Husslein-Arco, aus verschiedenen Dauerleihgaben aufgebaut hatte. Er umfasst außerordentlich kostbare Werke von großen Künstlern der klassischen Moderne wie beispielsweise Monet, Manet, Picasso und Cezanne, womit das Museum zu einem Anziehungspunkt für viele Kunststudenten und Kunstschaffende aus aller Welt geworden ist. Auch die mediale Fachwelt und internationale Kunstforen widmen sich der neuen Sammlung mit konstanter Aufmerksamkeit. Besonders geschätzt wird das große Engagement des Museums im Bereich der Kunstvermittlung, z.B. im Rahmen von Kinder- und Jugendworkshops, die besonders gerne an Familiensonntagen in Anspruch genommen werden. Es ist ein Anliegen des Museums diesen Bereich stetig weiterzuentwickeln. (cha)
  • Salzburgs Museum der Moderne
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