Verteidigung präsentierte erste Zeugen

11. Mai 2005, 12:03
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Anklage hat Beweisführung abgeschlossen - Viele Justizexperten sprechen von einem schwachen Finale

Santa Maria (APA/dpa) - Mit zwei jungen Männern im Zeugenstand, die jede Belästigung durch Popstar Michael Jackson vehement zurückwiesen, hat die Verteidigung am Donnerstag ihre Beweisaufnahme eröffnet. Er sei zu keinem Zeitpunkt von Jackson unsittlich berührt worden, gab der 22-jährige Wade Robson vor der Jury in Santa Maria (Kalifornien) zu Protokoll. Auch Brett Barnes (23), der aus Australien als Zeuge angereist war, wies nach Angaben der "Los Angeles Times" sexuellen Missbrauch durch den Sänger zurück.

Die Anklage hatte in den vergangenen Woche diese beiden Männer als Belästigungs-Opfer dargestellt, als sie im Kindesalter häufig auf Jacksons Neverland-Ranch zu Gast waren. Als weiterer Zeuge wird der frühere Kinderstar Macaulay Culkin im Missbrauchprozess gegen Jackson erwartet. Zeugen der Anklage hatten von unsittlichen Handlungen zwischen Jackson und dem Schauspieler in den neunziger Jahren berichtet. Prozessbeobachter rechnen damit, dass Culkin seine frühere Angaben bestätigen wird, dass ihre Beziehung rein freundschaftlicher Natur gewesen sei.

Antrag auf Einstellung des Verfahrens

Jackson-Verteidiger Thomas Mesereau präsentierte die ersten Zeugen, nachdem sein Antrag auf eine Einstellung des Verfahrens am Donnerstag erwartungsgemäß gescheitert war. Die Verteidigung hatte beim Gericht beantragt, Jackson aus Mangel an Beweisen freizusprechen. Sein angebliches Missbrauchopfer habe keine glaubwürdige Aussage geliefert, um die Vorwürfe gegen den Sänger zu unterstützen, zitierte die "Los Angeles Times" aus dem Antrag der Verteidigung. Die Mutter des Teenagers wurde als "bizarre" Zeugin beschrieben. Andere wichtige Zeugen der Anklage, darunter Jackson Ex-Gattin Debbie Rowe, hätten "selbstzerstörerische" Aussagen gemacht, hieß es weiter. Richter Rodney Melville argumentierte, dass die Jury am Ende über die Glaubwürdigkeit der Zeugen zu entscheiden habe.

Schwaches Finale

Nach zehnwöchigen Zeugenvernehmungen hatte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch ihre Beweisführung abgeschlossen. Viele Justizexperten sprachen von einem schwachen Finale einer von Problemen gekennzeichneten Beweisführung seitens der Anklage.

Der 46-jährige Sänger muss sich wegen sexuellen Missbrauchs eines heute 15 Jahre alten Buben im Frühjahr 2003 auf seiner Neverland-Ranch verantworten. Er soll den Buben und dessen Familie auch gegen deren Willen auf dem Anwesen festgehalten und sie unter Druck gesetzt haben, sich in einem Video positiv über den Sänger zu äußern. (APA)

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